Alles begann an einem rauen Herbstnachmittag in unserem Apartment. Halloween stürmte mein Herz. Meine Freunde kamen mit Schnitzmessern in unsere Wohnung und meinten wir gehen jetzt Kürbisse kaufen – jeder sollte das mal auf amerikanische Art gemacht haben. Aha. Als hätte ich das nicht alles schon einmal gemacht als ich noch kleiner war, aber gut, ich lies mich überzeugen. Als meine Freundin Maryanne dann mit den Schnitzvorlagen ankam, dachte ich zuerst: geht’s noch verrückter? In Deutschland haben wir einfach nur zwei Augen, eine Nase und ein gruselig aussehenden Mund reingeschnitzt, aber nicht hier! Als wir anfingen mit den extra gekauften Kürbis-Schnitz-Besteck die Innereien aus dem Kürbis zu holen, schauten wir uns alle mit dem selben Blick an: wir konnten uns nicht daran erinnern, dass das so gewesen war, als wir noch Kinder waren! Danke Mama, dass du es immer so einfach aussehen hast lassen.

Am Ende hatte sich die harte Arbeit aber sowas von gelohnt! Es macht einfach viel mehr Freude die harterarbeiteten Kunstwerke zu betrachten, als einfach nur ein einfach geschnitztes Gesicht.

Es war eine tolle Erfahrung, Kürbisschnitzen auf amerikanische Art kennenzulernen, muss ich zugeben! Sollte jeder mal gemacht haben.

Die große Halloween Party fand dann in Houston statt. Eine Freundin nahm mich auf eine Party in ein mexikanisches Restaurant mit, indem sich verschiedene Menschen aus verschiedenen Ländern trafen. Die Party wurde von InterNations organisiert und gezahlt wurde mit Pokerchips. Ich traf Menschen aus Griechenland, dem Irak oder auch aus China, die alle in den unterschiedlichsten und ausgefallensten Kostümen auftraten.

Danach ging es in einen sehr verrückten Club –  so kann ich es glaube ich am Besten formulieren. Nicht nur dass wir uns quasi in einem Schloß befanden, dessen Wände voller wilden & bunten Malereien war, es gab dort auch die wildesten Kostüme, die ich jemals gesehen habe. Ich habe versucht, mit den verrücktesten ein Foto zu machen, doch war ich an diesem Abend nicht die Einzige.

Ich glaub aber, dass man diese Erfahrung gar nicht in Worte fassen oder in Bildern festhalten kann. Die Wirkung auf einen, ist doch nochmal eine ganz andere, wenn man das Live erlebt.

Es gab z.B. einen Transvestit, der einen Hut mit 2 Meter langen Federn trug, oder Captain America in voller Montur. Das Highlight des Abends für mich waren jedoch die Kostüme der Frauen. Es war, als würde die Frauen für einen Abend endlich die Möglichkeit haben, wie Prostituierte rumzulaufen. Die Outfits wie aus dem Katalog: Krankenschwester, Putzfrau mit knapper Schürze oder auch einfach nur Unterwäsche rumlaufen – die meisten Röcke gingen gerade noch so über den Po. Ihr könnt euch echt nicht vorstellen, wie witzig das anzusehen war! Ich war geschockt und begeistert zugleich. Ich kam mir aber in meinem Leben noch nie so underdressed vor!

Wir hatten so viel Spaß an diesem Abend! Die Kostüme, die Räumlichkeiten, die Musik, die Leute – aber vorallem: es war sooo warm wenn man vor die Tür gegangen ist. Dafür liebe ich Texas einfach, dass es hier so wundervoll warm ist. Ich weiß ja, dass es bei euch in Deutschland gerade eiskalt und zum erfrieren ist, aber ich musste das einfach mal gesagt haben – wir haben hier gerade immer bis zu 30°C!!

NOCH VIER WOCHEN, DANN KOMM ICH MEIN ZUHAUSE WIEDER BESUCHEN! 

Ich kann’s kaum erwarten, euch alle bald wieder zu sehen! Küsse XOXO

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