Diese Woche in Paris war wieder einiges los! Bei mir gibt es nämlich keinen Tag an dem faul Zuhause rumgelegen wird. Ich bin schließlich nach Paris gekommen, um etwas zu erleben!

Es gab für mich diese Woche kein größeres Kompliment, als zu hören: „Jetzt bist du eine richtige Pariserin“. Es gibt hierfür ein paar wichtige Bedingungen zu erfüllen, bevor man sich auch nur annähernd so nennen darf:

  1. imageIch habe meine eigene Metrokarte, auf dem sogar mein Bild und mein Name abgedruckt sind. Nur wahre Pariser haben eine „NaviGo“ Karte! Und auch nur wahre Pariser können ohne groß Nachzudenken die Metro benutzen!
  2. Ich weis genau wo ich in der Metro stehen muss, um direkt beim Ausgang rauszukommen
  3. Einen echten Pariser erkennt man daran, dass er sich beim Überqueren der Straße nicht nach den Ampeln richtet, sondern nach den Autos
  4. Ich kann alle Dinge, die man in einer Boulangerie kaufen kann, auf Französisch aufsagen
  5. Ich esse jeden Abend Baguette
  6. Ich kann ohne Hilfe in einem Restaurant auf Französisch bestellen
  7. Ich hatte ein traditionelles Feiertagsessen – Galette des Rois. Eigentlich wird dieses Essen am Tag der heiligen drei Könige gegessen, doch wir haben das einfach nachgefeiert.Foto 3 Nur Pariser feiern auf diese Art den Feiertag: es wird ein Kuchen gebacken, in dem sich eine kleine Figur befindet. Die jüngste Person am Tisch verteilt den Kuchen. Die Person, die die Figur im Kuchenstück hat, ist König / Königin und darf seine Königin / seinen König aussuchen. An diesem Tag muss alles gemacht werden, was der König / die Königin sagt.
  8. UND: ich wache jeden Morgen in Paris auf!

DSCN0141Somit fühle ich mich hier in Paris schon richtig heimisch. Sarah und ich gehen hier auch schon regelmäßig auf den Markt, inzwischen kennt man uns da schon (: Wir lieben es, frische Dinge einzukaufen und dann zu kochen oder zu backen. Egal ob es die französische oder die deutsche Küche ist, wir lernen viel voneinander. Bald lerne ich, richtige Macarons zu machen!

 

Doch nicht nur Lebensmittel gehen wir gerne einkaufen, auch Kleidung und Schuhe werden bei uns nicht aus den Augen verloren. Ich hab nämlich noch nie in meinem Leben, eine so Sales-Verrückte-Stadt wie Paris gesehen! Von 30-70% Rabatt ist wirklich alles dabei. Und es ist hier nicht so, dass es dann vielleicht ein Teil ist, das 70% reduziert ist, um die Kunden anzulocken – NEIN! Hier ist fast alles so günstig! Ich hab meine Traumschuhe von 139€ auf 41€ reduziert vorgegefunden?! Ich könnte hier völlig durchdrehen, wenn ich nicht wüsste, dass da noch viele andere Städte auf mich warten.

Außerdem trifft man hier auf den Straßen Paris auch plötzlich ein Kamerateam, dass einfach auf der Champs-Élysées BBC dreht. Ich liebe diese Stadt!

 

Nicht nur Sarah und Paul begleiten meinen Weg hier in Paris, auch meine Freundin Vivien aus Ulm ist gerade hier. Sie ist Au-Pair im wunderschönen Paris und hin und wieder trafen wir uns auf einen Kaffee, zum Shoppen, in einem Museum oder auch zum Feiern.

DSCN0564Wir haben uns zusammen das Centre Pompidou angesehen und festgestellt, dass wir das einfach nur so gar nicht hübsch finden. Ich persönlich weis auch gar nicht, was daran Kunst sein soll, alle Rohre, die normalerweise nach Innen gehen, nach außen zu verlegen. Dies dient anscheinend dem Zweck, dass man als Außenstehender freien Zugang zum Wissen erlangt.
Die weißen Rohre dienen der Belüftung, die gelben Rohre der Elektrizität, die blauen Röhren zeigen dem Wasser den Weg, die roten zeigen den Menschen den Weg. Kunst halt …

 

In dem Gebäude selbst, befindet sich ein Museum und eine Bücherei. Momentan gibt es dort eine Ausstellung von Dali.

IMG_2126Außerdem habe ich mit mir Sarah noch das Panthéon angeschaut und war mit ihr im Louvre. Das Louvre ist echt beeindruckend groß! Ich war bisher noch nie drinnen, doch jetzt weis ich erst seine wahre Größe zu schätzen. Es gibt dort sooo unglaublich viel zu sehen, da geht das winzige Bild von Mona Lisa fast schon unter. Mitten in eine Gang voller Bilder, fanden wir plötzlich einen  Maler vor, der sehr professionell ein Bild abzeichnete. War sehr interessant ihm dabei zu zusehen, wie er inmitten von hunderten Leuten unbekümmert sein Bild gemalt hat.

 

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Letztens waren Vivien und ich dann noch zusammen im Musée d’Orsay in einer Modeausstellung. Wer mich kennt weis, dass ich viel für Mode übrig habe und dass diese Ausstellung perfekt zu mir passt. Ich hatte ein wenig Angst vor dem Eintrittspreis, jedoch stellt sich dann heraus, dass alle Europäer unter 25 Jahren so gut wie in jedes Museum in Paris umsonst dürfen. Ich war der glücklichste Mensch aller Zeiten. Mit Vivi an meiner Seite zog ich durch die Ausstellung und es war wie eine Reise in die Vergangenheit. Es war beeindruckend zu sehen, wie die Frauen sich früher kleideten und wie sich alles entwickelt hat. Enge Korsagen, mit Tüll aufgebauschte Kleider, kleine Schirmchen oder winzige eckige Schuhe, sowie Kunstwerke von den größten Künstlern aller Zeiten – es war eine sehr authentische Atmosphäre. Ich kann diese Ausstellung echt Jedem empfehlen.

 

Wenn wir schon von Mode in Paris reden, muss ich dazu auch endlich Mal meinen Kommentar schreiben. Ich finde nicht unbedingt, dass Paris die Stadt der Mode ist. Es laufen hier vielleicht ein paar mehr Supermodels herum, aber sonst ist die Stadt modisch gesehen auch nicht groß anders als jede Großstadt.

Besonders aufgefallen sind mir hier jedoch die Damen der älteren Generation. Wenn es um Mode geht, sind sie mein Highlight aus Paris. Niemand sonst hat so viel Stil, Grazie und Eleganz. Sie sind meistens von Kopf bis Fuß perfekt gestylt. Die Haare tupiert und zu einer Hochsteckfrisur gesteckt, das Make-up ohne jeden Makel, die Auswahl der Farben ihrer Kleidung genau auf einander abgestimmt und die elegantesten Schuhe der Stadt, wenn nicht sogar Overknee Stiefel. Wenn ich mal eine Omi bin, will ich genauso aussehen wie diese Damen 😀

Für mich ist Mode die einflussreichste Kunst von allen. Bewegung, Design, Architektur in einem, das ist Mode. Sie zeigt was wir sein wollen und was wir sind. Ohne sie würde ich nicht sein, wer ich bin.

DSCN0440Die jungen Erwachsenen laufen hier meist ungeschminkt rum. Den meisten steht das auch ehrlich gesagt, aber man merkt einfach, dass sie sich nicht viel aus sich machen. Wenn sie dann Abends ausgehen, machen so gut wie ALLE Pariserinnen genau Eines – den roten Lippenstift auftragen.

Geht man in eine Bar, erkennt man sofort, wer von hier stammt und wer ein Tourist ist. Meine Freundin meinte, dass es wirklich so sei, dass die Meisten keine große Lust haben sich herzurichten. Dann wird der Lippenstift aufgetragen und sofort haben sie das Gefühl, mehr brauchen sie nicht zu tun. Das ist echt faszinierend zu beobachten!

Wenn wir schon beim Thema Ausgehen sind, muss ich gestehen, dass ich hier viel zu viel ausgehe. Ich war die vergangenen Tage 5 Mal hintereinander aus, ohne eine Pause zu machen. Neben vielen Bars, war ich auch in einem angesagten Nachtclub namens „Showcase“ mit Vivien. Er war direkt an der Seine am Wasser, unter einer Brücke. Echt eine super Location und ein kleines Highlight. Der Eintrittspreis war mit 20€ echt hart aber es war auch ein angesagter, riesiger Club. An dem Abend waren ungelogen 2.700 Menschen drinnen! Das hat man leider auch beim Tanzen gemerkt. Es gab gegen morgens um 3 Uhr wirklich keinen Platz an dem man tanzen konnte, ohne halb erdrückt zu werden. Die Getränke waren auch viel zu überteuert und die Qualität der Ausstattung lies zu wünschen übrig.

Allerdings war die MUSIK das absolute Highlight. Sowas gutes habe ich schon lange nicht mehr gehört! Man konnte selbst nach 4 Stunden auf der Tanzfläche nicht mehr aufhören zu tanzen. Man konnte den Beat in seinem Herzen spüren. Dabei ging bei mir einfach nur die Sonne auf. Um 5:20 Uhr nahmen wir dann die erste Metro nach Hause – es war soooo eiskalt! Ach ja – leider habe ich von diesem Abend alle meine Bilder von der Kamera gelöscht. Auch die Videos von dieser abartig genialen Musik. Ich könnte mich dafür echt beißen, aber ändern lässt’s sich leider nicht!

 

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Denn die letzten Tage hat es ununterbrochen geschneit, was für Paris wirklich selten ist – vorallem zu dieser Jahreszeit. Da hat nur eine Strumpfhose zu tragen leider nicht mehr ausgereicht, sonst wär ich erfroren.

Das wahrscheinlich größte Highlight war jedoch die Aussicht vom höchsten Gebäude Paris! Sarahs Mutter arbeit im „Tour First“, welches mit 255 Metern seit 2011 sogar den Turm von Montmartre übertroffen hat. Den Anblick von dort oben ist einfach atemberaubend. Man sieht überall die Lichter funkeln und mitten drinnen einfach der Eiffelturm. Die Fenster waren leider stark verspiegelt und es war nicht so leicht davon Bilder aufzunehmen. Ich hoffe ihr könnt trotzdem nachvollziehen was ich meine 🙂

 

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Ach ja, ihr glaubt nicht, was Paul und ich schon wieder gefunden haben. Es scheint, als würde Paris uns hier behalten wollen. Als ob die Stadt nicht möchte, dass wir heute nach London fliegen. Mmhhh…

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