image(5)Ohhhh mein Gott, wo soll ich nur anfangen? Die Woche in London kam mir gar nicht so lange vor. Schau ich mir jedoch die ganzen Bilder an, frag ich mich, wann ich eigentlich geschlafen hab? Und die Antwort ist simpel: so gut wie gar nicht. Das hinterlässt seine Spuren!

Doch fangen wir von vorne an: in London habe ich in einem Hostel namens Clink78 gewohnt. Eine ziemlich moderne Einrichtung in einem 200 Jahre alten Gerichtsgebäude. Die Leute dort waren einfach super und die Bar, die sich im Untergeschoß befand, war das Highlight. Ich kann euch dieses Hostel nur empfehlen! Ihr solltet aber offen gegenüber neuen Menschen und Lärm sein 🙂

Gleich am ersten Abend lernte ich eine nette Gruppe aus Paris kennen – welch eine Ironie. Gerade aus Paris in London angekommen, will mich diese Stadt wohl nicht so schnell gehen lassen.

??????????Nach einer langen Nacht in den angesagtesten Nachtclubs Londons gingen wir am nächsten Morgen zusammen auf einen Markt. Ich liebe Märkte über alles, aber dieser Markt war etwas ganz besonderes! Es war einer der berühmtesten Fashion & Vintage Märkte. Der Portobellomarkt war RIESIG! Ich dachte er endet gar nicht mehr. Umgeben von Polaroid-Kameras, Omas Kleidern oder ehemaligen Baseballs kam man richtig in den Genuss früherer Zeiten. Leider war der Markt nicht nur völlig überteuert sondern auch noch überfüllt. Aber toll war es trotzdem!

 

Weil ich Märkte so liebe, durfte ich es mir auch nicht entgehen lassen, nocheinmal nach Camden Town zu fahren. Begleitet wurde ich dabei von meinem neuen Mitbewohner Robin, der aus Bordeaux kommt. ??????????Wir hatten jede Menge Spaß dabei, mit jedem Stand zu handeln und die Preise runterzutreiben. Selbst an Ständen, an denen wir eigentlich gar nicht interessiert waren, wollten die Leute uns da behalten. Wir hatten UNGLAUBLICH viel Spaß. Nach einer Weile waren wir ein richtig eingespieltes Team und wussten genau was der andere zu sagen hatte, damit wir so wenig wie möglich zahlen mussten.

 

Am nächsten Tag waren Robin und ich auf der Suche nach den angeblich besten Bagels Englands. Ich war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht sicher, warum ich Bagels in England essen sollte, da ich in Amerika genug davon gegessen hatte, doch Robin hatte noch nie in seinem Leben Bagels gegessen und so entschied ich, mit ihm zu gehen. Mit knurrenden Mägen machten wir uns auf die Suche in der Brick Lane. Leider gingen wir in die falsche Richtung und fanden uns in der indischen/bengalischen/chinesischen Ecke wieder. Fast hätten wir der Versuchung dort zu essen nicht wiederstehen können, doch wir gaben die Hoffnung nicht auf und gingen nochmal den ganzen Weg zurück. Und da war er: Ein unscheinbarer kleiner Laden, in dem im hinteren Teil des Ladens noch selber Bagels und die ganzen anderen Gebäcke zubereitet wurden. image(1)Es duftete nur so nach frischem Brot und man war einfach überwältigt von der Auswahl. Auch unglaublich waren wir die Preise: 40p für ein belegten Bagel – und das in London? Wir hätten am liebsten alles bestellt. Im Endeffekt entschieden wir uns für den berühmten „Hot salted beef Bagel“, die Spezialität. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie unglaublich gut das geschmeckt hat! Man konnte das Fleisch mit der Zunge zerdrücken, weil es 8 Stunden lang gegart wurde. Einen Gaumengenuss für jeden Feinschmecker!

????????????????????Danach gingen Robin noch in das beste Café Londons. Es befand sich nur eine Straße weiter und ich hatte viel darüber gelesen. Das Café hieß „Franze & Evans“ und war ein kleines, schnuckeliges Café mit einer sehr schönen Atmosphäre. Neben ihren weltberühmten Kaffees boten sie auch zahlreiche selbstgemachte Salate und Suppen an. Das sah alles sooo gut aus!

Leider musste Robin dann auch schon wieder gehen. Doch schon am selben Abend traf ich mich mit meiner Freundin Anika aus London. ??????????Wir haben uns vor vielen Jahren auf einer einsamen Insel in Malaysien kennengelernt und haben die Freundschaft bis heute gehalten. Sie hat mich am Abend zum Indisch essen eingeladen und wir haben stundenlang geredet, bis das Restaurant zugemacht hat 😀 London ist anscheinend berühmt für gutes indisches Essen. ??????????Anika studiert Medizin in London und modelt nebenher. Als wir danach nämlich noch in einem Supermarkt waren, hing dort ein kleines Werbeplakat mit ihrem Gesicht drauf! Ich war sehr beeindruckt 😀

Ein weiterer kleiner Überraschungsbesuch war Johannes aus der Heimat. Er kam fürs Wochenende rübergeflogen und wir unternahmen eine ganze Menge. Von Märkten, über Tower Bridge, the Gherkin oder einfach nur Feiern – alles war dabei! Am meisten hat mir jedoch der Spaziergang an der Themse bei Nacht gefallen. Die ganzen wichtigen Gebäude und Monumente wirken im Mondschein nocheinmal ganz anders. Es war zwar eisig kalt, doch der Ausblick machte alles wieder gut.

Außerdem waren wir noch lecker Indisch essen. Wieder in meiner Lieblingsstraße, der Brick Lane. Wir hatten zwar keine Ahnung von dem, was auf der Karte stand, aber wir bestellten einfach mal. Die netten Inder mit ihrem schlimmen Akzent quatschen uns so zu, dass wir am Ende einfach alles nahmen, was sie uns empfahlen. Doch das witzigste an den indischen Restaurants in der Straße, war eigentlich die Beschilderung. Kamst du dort zum ersten Restaurant, stand auf dem Schild „Das beste Curry der Stadt“. Beim Restaurant daneben das Schild „Das wirklich beste Curry der Stadt“ und das am nächste lautete dann:  „Das wirklich ALLERBESTE Curry der Stadt“ – unfassbar witzig anzusehen!

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Wenn wir schon bei dem Thema Essen sind, muss ich hier noch eines erwähnen: Ich bin ein ziemlich großer Fan von Jamie Oliver – wenn nicht sogar der Größte! Und wenn ich dann gerade schon in England bin, seiner Heimatstadt, muss ich doch auch ein wenig von ihm mitnehmen! Zum Glück war ich mit dieser Meinung nicht alleine. Mein neuer Roommate Brandon war mindestens ein genauso großer Fan wie ich. Als wir dann auch noch rausfanden, dass sich sein Restaurant am Ende unserer Straße befand, stand für uns fest: dort werden wir Abendessen. DSCN1018Ohne Tischreservierung bekamen wir trotzdem noch einen Platz und konnten unser Dauergrinsen gar nicht mehr abstellen. Die Atmosphäre dort war himmlisch, unser Kellner bezaubernd und das Essen einfach nicht mehr zu toppen. Brandon und ich waren im Schlaraffenland für Jamie-Liebhaber. Der Abend konnte gar nicht mehr besser werden… dachten wir. Wir bekamen noch einen gigantischen Nachtisch serviert: einen Brownie mit einem Mix aus Beeren, Schokolade und Nüssen bestand. Mit einer Kugel Vanilleeis abgerundet das perfekte Desert. Und das Beste war: es war nicht überteuert, nicht mal für Londoner Verhältnisse! Es war super amüsant zu sehen, dass auf der Karte Gerichte standen, die Brandon und ich selbst schon probiert hatten nachzukochen.

Leider bekamen wir dann aber vom Kellner gesagt, dass wir Jamie Oliver um eine Woche verpasst hatten. Er sei am vergangenen Wochenende da gewesen und er sei der coolste Chef überhaupt. Ich war sooo neidisch!

Brandon war nicht nur eine super Gesellschaft wenn es um meinen Lieblingskoch ging, nein, meinem australischen Freund war auch sehr zum Feiern zumute! Zum Glück war die nächste Bar nicht weit von unserem Hostel entfernt … eigentlich nur einen Stock tiefer. Und wo sind wir gelandet? Mitten im Karaokeabend. Lauthals unterhielten wir die ganze Bar mit unseren Duetten und die Leute konnten nicht genug von uns bekommen. Die Mitarbeiter und viele Gäste grinsten uns am nächsten Morgen nur an und wir wussten, die waren am Abend zuvor mit uns in der Bar.

Die Clashbar im Hostel war eine super Möglichkeit neue Menschen kennenzulernen. Ich habe Bekanntschaften mit so vielen Nationen gemacht, dass ich sie kaum mehr alle aufzählen kann. Natürlich gab es auch die Freundschaften, die nicht über London hinausgehen würden – andererseits waren auch so tolle Menschen dabei, bei denen die Freundschaft in so kurzer Zeit so unglaublich intensiv wurde, dass ich selbst darüber überrascht war. Ich hoffe wirklich, dass ich diese besonderen Menschen nie aus den Augen verlieren werde.

 

An einem Tag nahm ich mir vor, London mal genauer anzusehen. Es war nicht mein erster Trip in diese wundervolle Stadt und dennoch hatte ich das Gefühl noch nicht alles gesehen zu haben. Also machten Paul und ich uns auf zum Hyde Park. Der Wellington Arch gefiel uns sehr, erinnerte sehr an den Arc de Triomphe in Paris. Der Park an sich war leider, wie zu erwarten zu dieser Jahreszeit, total karg und kalt. Nichts zu Sehen von blühenden Blumenfeldern oder Rosengärten.

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Naja, dachten wir uns, dann gehen wir halt shoppen. Und was war auch noch ganz in der Nähe? HARRODS! Leider nicht für unseren kleinen Geldbeutel gemacht, aber Anschauen reicht da schon. Dieses Einkaufszentrum ist ein Muss für jeden London-Besucher. Jedes Jahr gibt es eine neue, aufwändige Dekoration, die in jedem Raum anders gestaltet wird. Unglaublich aufwändig und wunder wunderschön! Auch wenn Paul und ich ohne Tüten aus dem Kaufhaus kamen, waren wir wunschlos glücklich.

??????????Danach machten wir uns auf den Weg zur Westminster Abbey, deren Eintrittspreis uns viel zu hoch war! Auch wenn mich interessiert hätte, wo William und Kate geheiratet haben, hat uns die Aussicht von außen gereicht. Danach ging’s zum Big Ben und Umgebung. Windig und kalt war es, doch hatte es sich gelohnt! Die Aussicht beeindruckt einfach immer wieder.

 

Nun wollten wir uns auch ein wenig kulturell bereichern. Wir entschieden uns in das Tate Modern zugehen. Eine beeindruckende Architektur, die auf verschiedenen Ebenen Kunst kostenlos präsentierte. Künstler die mich mein Abitur lang verfolgt hatten, wie Max Ernst oder Giacometti, liefen mir hier wieder über den Weg. Ein Grinsen konnte ich mir hierbei nicht unterdrücken. Ein weiteres Museums-Highlight war das British Museum. Man tritt ein und erlebt erst einmal diese riesige Halle, die mit ihrer Schönheit nur so glänzt. Die Größe ist schlichtweg überwältigend. Man kann diesen Eindruck kaum in Worte fassen, vorallem wenn dann dazu noch die Sonnenstrahlen einscheinen. Wunderschön! In diesem Museum lag mir hauptsächlich eine Ausstellung am Herzen: die ägyptische. Ich habe mir sagen lassen, dass wenn man nach Ägypten in die Pyramiden geht, dass dort so gut wie alles leer ist und darauf hingewiesen wird, dass sich die wertvollen Stücke im Britischen Museum in London befinden. Ich war zwar noch nie in Ägypten bei den Pyramiden, aber somit hätte ich dann schon einmal die Mumien und Grabstätten gesehen.

Und es war tatsächlich eine sehr umfangreiche, sehr sehr interessante Ausstellung. Man ging von Raum zu Raum durch die verschiedenen Zeiten der Mumifiezierung. Auch die unterschiedlichen Arten der Balsamierung wurde erklärt oder auch welcher König welche Art von Mumifizierung bekam. Wirklich sehenswert! Auch wenn es nicht gerade lobenswert ist, dass das Britische Museum Millionen von Euro dafür ausgegeben hat, die Stücke aus den ursprünglichen Orten nach London zu holen. Beim Transport gingen auch einige Gemälde und Statuen kaputt und mussten wieder rekonstruiert werden, was ich persönlich sehr schade finde. Aber gut, so ist das halt.

 

Als Paul erfuhr, dass es in London eine Kirche gab, die ihren Namen von ihm hatte, war die St. Patrick’s Church natürlich ein MUST DO! Eine glänzende Schönheit mitten im Zentrum von London! Ich verstehe aber wirklich nicht, warum man dafür zahlen sollte, in die Kirche zugehen?! 12€ sind da eindeutig zu viel! Paul hat’s trotzdem gefreut.

 

Als wir danach am Piccadilly Circus zum Shoppen unterwegs waren, musste es ja wieder kommen … Paul’s Name tauchte auch hier wieder auf! Wir konnten gar nicht glauben, wie beliebt er schon auf der ganzen Welt ist!

Hiermit verabschieden wir uns aus London und lassen bald wieder was aus Dublin von uns hören. Glaubt mir, da gibt es EINIGES zu hören!

XOXO Caro und Paul

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