Von Dublin aus, ging es für mich direkt nach Madrid. Vielleicht ist diese spanische Stadt nicht unbedingt eine Stadt, die auf meiner TO DO Liste stand, doch für mich gab es einen triftigen Grund Madrid zu bereisen: Mein Patenonkel Pepe wohnt dort und bat mir sein Gästezimmer an. Nachdem ich ihn schon seit 4 Jahre nicht mehr gesehen hatte, dachte ich mir, Madrid ist ein kleiner Zwischenstopp wert. (Außerdem der günstigste, zu befliegende Flughafen von Dublin aus)

??????????Kaum war ich angekommen, wollte er mir Madrid bei Nacht zeigen. Es war nicht mein erstes Mal in Madrid, doch mein Patenonkel zeigte mir Ecken, die selbst ich noch nicht gesehen hatte. Bei Nacht verändert sich, meiner Meinung nach, eine Stadt total. Durch die verschiedenfarbigen Beleuchtungen überall, ist man einfach völlig eingenommen und findet die Gebäude noch tausendmal schöner als zuvor. Vorallem die Stadt Madrid gibt sich mit der Beleuchtung besonders viel Mühe.

 

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Ein großer Platz, an dem sich viele Sehenswürdigkeiten kreuzen und dessen Gebäude auf vielen Postkarten abgedruckt sind, befindet sich im Herzen Madrids. Auf dem platzen treffen sich Plaza de Cibeles und Calle de Alcalá. Hauptsächlich handelt es sich bei den berühmten Gebäuden um Banken oder Gebäude der Stadtverwaltung. Auch Puerta de Alcalá, eine Art Triuphbogen, oder einzigartige Brunnen kann man dort finden. Auf dem riesigen und sehr befahrenen Platz, feiert Real Madrid auch Mal ganz gerne ihre Triumphe, wie z. B. den Gewinn der Liga oder der Champions League

Churros in MadridDanach gingen Pepe und ich zu einem Restaurant, dass sich Maestro Churrero nannte. Üblicherweise geht man dort hin, um nach einem Partyabend noch etwas in den Magen zu bekommen. Doch wir benutzten die berühmten Churros Churros in Madrid(in Frankreich auch ChiChis genannt), um unsere Mägen mit Süßkram vollzuschlagen. Churros sind wie Krapfen und werden mit Zucker bestreut. Doch in Spanien ist es Tradition, dazu noch eine heiße Schokolade zu bestellen und die Churros darin zu tunken. Die heiße Schokolade ist sehr dickflüssig, fast schon wie Pudding und nach zwei Churros kann man schon nichts mehr essen. Aber seeeehr lecker und definitiv ein Leckerbissen!

Am nächsten Morgen musste ich diesen Platz dann noch einmal näher bei Tageslicht betrachten. Doch diesmal sah sie komplett anders aus und hatte irgendwie ihre Magie verloren. Vielleicht kann man auf den Bildern erkennen, was ich meine. Tagsüber sahen die Gebäude plötzlich wieder wie Stadtverwaltungsgebäude aus und nicht mehr wie Paläste.

 

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Ich lies mich nicht entmutigen und machte mich gleich weiter auf zu meinen nächsten Zielen auf der Liste. Bei diesem genialen Wetter stand der Parque del Buen Retiro auf dem Plan. Ein wunder, wunder, wunderschöner Park wie aus dem Bilderbuch. Die Spanier haben sich da echt viel Mühe gegeben den Park zu gestalten und zu bepflanzen. Außerdem befindet sich in der Mitte ein großer Teich, auf dem man Tretboot fahren kann. Die Kinder sprangen fröhlich umher und verliebte Paare genoßen den sonnigen Tag. Ein Seifenblasen-Artist zeigte mitten im Park seine Künste und ich konnte einfach nur grinsen, als ich ein kleines Mädchen herumspringen sah, welches versuchte die Blasen zum Platzen zu bringen. Gleichzeit war da ein Hund, der große Angst vor den riesen Seifenblasen hatte und laut anfing zu bellen.

Bei so einem Paradis konnte einem nur das Herz aufgehen. Die strahlende Wärme hat das ganze dann natürlich noch schöner gemacht. Vorallem wenn man davor aus dem kalten Irland kam.

 

Danach ging’s ins Prado Museum, eines der größten Museen der ganzen Welt. Hierbei würde ich euch sehr empfehlen, einen Studentenausweis aufzutreiben, falls ihr keinen habt. ??????????Ich finde nicht, dass 14€ Eintritt berechtigt sind. Vorallem wenn ich das Museum mit dem Louvre vergleiche, bei dem der Eintritt umsonst war.??????????

Dieses Museum ist so verwinkelt und groß, dass du ohne Karte praktisch aufgeschmissen bist. Das Problem dabei ist jedoch: die Karte ist zwar logisch aufgebaut, stimmt nur leider mit der Realität nicht überein. ??????????Somit bist du völlig verloren zwischen diesen unglaublich vielen Räumen.

Mein Tipp: einfach durchgehen, genießen und hoffen, dass man denselben Raum nicht zweimal sieht. Das finde ich viel spannender als dauernd verwirrt auf die Karte zu schauen.?????????? Ich verbrachte Stunden in diesem Museum.

Tolle Kunstwerke von Rembrandt, Albrecht Dürer, Rubens oder Goya sind hier zu betrachten. Wobei mir letztere gar nicht gefällt. Goya hat sehr düstere und brutale Gemälde, die mir einfach nur Angst einjagen.

Weil die Sonne immernoch so wundervoll schien, entschied ich mich auch noch zum Plaza Mayor zu laufen. Der Plaza Mayor ist ein rechteckiger Platz, umgeben von hohen Wohngebäuden, wovon so gut wie jedes Fenster einen kleinen Balkon hat. In der Mitte steht eine Skulptur, die den König Phillipp III und sein Pferd zeigen sollen. Auf dem Platz selbst gibt es zahlreiche kleine Restaurants und Straßenkünstler. Ein toller Ort, um bei den warmen Temperaturen ein kühles Getränk und einige Tapas zu sich zu nehmen.

 

Am Abend besuchten wir noch Pepes Sohn, Ciro. In Madrid ein recht bekannter Schauspieler und Sänger, der momentan nebenbei noch in einem mexikanischen Restaurant im El Corte Inglés arbeitet. Pepe hat außer Ciro noch zwei Töchter, die jeweils auch sehr berühmte Schauspieler in Spanien sind. Man sieht sie ständig auf Werbeplakaten oder auf den Titelseiten in Magazinen – sehr beeindruckend. Jedenfalls bekamen wir an diesem Abend super leckere Frozen Margaritas serviert und ließen den Abend schön ausklingen.

 

 

????????????????????Tapas kann man in Spanien übrigens nicht nur tagsüber zu sich nehmen, auch zum Frühstück wird gerne Tortilla und Co gegessen. Mein Patenonkel machte am nächsten Morgen den Vorschlag in eine Markthalle zu gehen, um dort die beste Tortilla Madrids zu essen. Das lies ich mir natürlich nicht zweimal sagen! Und sie war wirklich KÖSTLICH!

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Ich habe gelernt, dass es zwei verschiedene Arten gibt, eine Tortilla zuzubereiten. Für diejenigen, die es nicht wissen: Tortilla ist quasi ein Kartoffel-Zwiebel-Omlett. Bei der einen Methode ist das innere der Tortilla noch etwas weicher und außen ist es sehr kross. Bei der anderen ist die Tortilla durchgehend eher bissfest. I??????????ch mag beide Methoden sehr, da sie so unterschiedlich sind. Dazu wird einem immer ein Stück Brot serviert und meistens auch eine Schüssel Chips.

Ich dachte, das wäre schon mein Tapas Highlight gewesen, doch natürlich lag ich damit komplett falsch. Mein Patenonkel hat Bekannte auf dem Land, die eine eigene Ranch besitzen. Also fuhren wir mit seinem Motorrad aufs Land. Die Ranch hatte einen atemberaubenden Blick in die Landschaft und du warst plötzlich im Nirgendwo umgeben von Pferden und vielen Hunden, die dich alle abschlecken wollen. DSCN2410Meilenweit nichts außer der blanken Natur zu sehen, während sich die Sonne am Himmel erstreckt. Inmitten dieser Ranch stand ein kleine Holzhütte, deren Fassaden aus Glas bestanden. Dort drinnen befand sich eine große Küche, mit Bar und einem Holztisch, welche nur so mit Sonne durchflutet wurden.

Es war der perfekte Tag. ??????????Ein Freund des Hauses, dessen Leidenschaft die spanische Küche war, bekochte uns den ganzen Tag über. Dieser Mann hatte magische Hände, denn egal was er kochte, es schmeckte himmlisch. So gute, spanische Tapas hatte ich in meinem Leben noch nicht gegessen! Jeder half ihm dabei, seine Tapas vorzubereiten und es machte super viel Spaß sich mit neuen Leuten auf Spanisch und Englisch zu unterhalten und gleichzeitig Fleischspieße zu marinieren 🙂?????????? Die Besitzerin der Ranch pflanzte selbst Oliven an und machte ihr Olivenöl auch selbst – so eine Geschmacksexplosion habt ihr noch nie erlebt. Erst dann erkannte ich, was es doch für einen großen Unterschied machte, ob man die Lebensmittel frisch aus dem Garten geerntet isst, oder ob man sie in einem Restaurant vorgesetzt bekommt.

Die Leute waren so unglaublich nett zu mir, obwohl sie mich zuvor gar nicht gekannt haben. Sowas finde ich immerwieder erstaunlich und schlichtweg wundervoll! Wir trunken spanisches Bier und aßen Tapas bis wir vom Stuhl fielen. Ein unglaublicher Tag!

 

Am Abend fuhr mein Patenonkel Pepe mich dann noch zum Bahnhof und ab ging’s mit dem Bus 5 Stunden Richtung Granada. Bei 17€ durfte ich mich dafür auch nicht beschweren 😀 Die Vorfreude auf die nächste Stadt war schon wieder überwältigend … auch wenn ich wieder tolle Menschen hinter mir lassen musste.

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