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Ich hab beschlossen, jeden 1. Sonntag im Monat eine Art kleine „Ratgeber Kolumne“ zu schreiben, ASK CARO. Hierbei werde ich versuchen, meine Erfahrungen rund ums Reisen weiterzugeben und eure Fragen mit viel Liebe zu beantworten 🙂

Ich habe mich mal intensiv mit dem Thema „Couchsurfing“ auseinandergesetzt. Oft wurde ich schon darauf angesprochen, was denn das eigentlich sei und wie das alles funktioniert. Damit hier endlich einmal Klarheit geschaffen werden kann, werde ich euch von meine Erfahrungen erzählen und kleine Tipps hier und da geben. Somit kann jeder ganz in Ruhe darüber nachdenken und sich entweder dafür oder dagegen entscheiden.

Ich selbst habe Couchsurfing auf vieler meiner Reisen schon benutzt. Ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht und auch noch von niemanden gehört, schlechte gemacht zu haben. Eine kleine Portion Angst oder Respekt ist dennoch immer dabei.

Couchsurfing ist ein Internetportal, auf dem man sich anmelden muss und dann die Möglichkeit erhält, ohne viel Geld um die Welt zu reisen. Leute bieten dort ihre Couch umsonst an, man „surft“ auf allen Couches der Welt. Im Gegenzug dazu haben die Hosts Gesellschaft und lernen neue Menschen verschiedener Nationen kennen.

Es gibt zwei Möglichkeiten eine Couch zu finden.

  • Man gibt die Stadt ein, in die man verreisen möchte und geht die unendlich lange Liste möglicher Hosts durch. Sucht euch diejenigen aus, die euch sympathisch erscheinen und schreibt ihnen eine sogenannte „Couchrequest“ (Couchanfrage). Um auch erfolgreich zu sein, sollte man so zwischen 8-12 Anfragen verschicken. Diese Methode fordert viel Zeit und Geduld, aber man bekommt das, was man möchte und ausgesucht hat.
  • Die zweite Methode ist schnell und effizient, man weiß jedoch nicht jedes Mal, was dabei herauskommt. Hierbei erstellt man quasi eine Anzeige, bei der man angibt welches Datum, wie viele Nächte und wie viele Personen es sind. Dann beschreibt man kurz seine Situation und sein Anliegen. Diese Anzeige erscheint dann auf der Startseite all der Personen, die in der angegeben Stadt wohnen.

Ich persönlich hab auf diese Art sehr sehr viele Angebote für Couches bekommen, jedoch muss man hierbei wirklich aussortieren. Ich bevorzuge Personen in meinem Alter, die vielleicht auch aus der Region kommen, in die ich verreisen möchte. Und wenn mir jemand einfach nur schreibt „Du siehst gut aus“ dann spricht das nicht unbedingt für die Person, bei der ich wohnen und mit der ich ein freundschaftliches Verhältnis aufbauen möchte. Also überlegt vielleicht eher zweimal, wen ihr vor euch haben möchtet. Mit dieser Methode kann man sogar am nächsten Tag noch „Last Minute“ einen Schlafplatz bekommen. Ich bin da aber eher der Planer und organisiere mir schon weit im Voraus eine Übernachtungsmöglichkeit.

Ihr könnt logischerweise auch beide Methoden kombinieren und erhaltet somit eine ganze Bandbreite verschiedener Personen. Beide Möglichkeiten können erfolgreich sein.

Man muss natürlich auch aufpassen, dass man an keine Psychopaten gerät, im Internet weiß man ja nie. Aber dafür gibt es verschieden Möglichkeiten vorzusorgen. Meine Tipps hierfür sind folgende:

  1. Referenzen checken: der Host sollte ein paar positive Referenzen in seinem Profil besitzen, am besten von Surfern selbst. GANZ WICHTIG! Somit weiß man nicht nur, dass die Person wirklich existiert, man weiß auch, dass es eine anständige Person ist.
  2. Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Für mich hat sich dieser Spruch immer wieder bewährt. Fand ich eine Person schon auf den Bildern unsympathisch, kam sie gar nicht erst in die engere Wahl. Hat eine Person nur ein Foto hochgeladen, kam es mir irgendwie komisch vor. Damit ich weiß, dass die Person hinter diesem Profil auch existiert, brauchte ich durch die Bilder irgendwie einen Beweis. Personen mit Bildern von sich an verschiedenen Orten mit verschiedenen Menschen (somit auch ein Sozialleben) waren auf meiner Liste immer schon gleich ganz oben.
  3. Lest euch das Profil durch! Kommt euch irgendetwas komisch vor oder bekommt ihr ein schlechtes Bauchgefühl, sucht euch lieber jemand anderen. Bevorzugt ihr Nicht-Raucher oder wollt ihr eure Tiere mitnehmen? Wollt ihr länger als 3 Nächte bleiben? Befindet sich die Wohnung zentral oder eher außerhalb? Solche Fragen sollte euch das Profil bereits beantworten. Manchmal stellen schon sehr erfahrene Surfer auch eine kleine Falle auf deren Profilen. Ganz am Ende schreiben sie ein „Codewort“, mit der Bitte dieses Codewort in seine Anfrage hineinzuschreiben. Somit wollen sie sicher gehen, dass man auch das ganze Profil gelesen hat und nicht nur einer unter Tausenden ist. Finde ich auch eigentlich gar keine schlechte Idee.
  4. Schlafortbeschreibung: solltet ihr euch auf jeden Fall gut durchlesen. Somit wisst ihr, was euch erwarten wird. Manchmal stellen die Hosts sogar Fotos von ihrer Wohnung und eurem zukünftigen Bett online, find ich sehr hilfreich. Bei Couchsurfing sind nämlich die unterschiedlichsten Möglichkeiten vorhanden: Couch, Bett, Boden, Matratze oder manchmal sogar ein eigenes Zimmer. Einfach fragen falls es nicht ins Profil geschrieben wurde. Finde ich persönlich aber sehr wichtig für das Wohlbefinden vor Ort.
  5. Setzt euch in Kontakt! Bevor es überhaupt zu einem Treffen kommt, sollte man zumindest einmal mit der Person geredet oder geschrieben haben. Schreibt, schickt euch Fotos, telefoniert oder skypt. Alles was euch hilft, euch sicherer zu fühlen. Fragt euren Host ruhig aus über Hobbys, Wohnort oder meinetwegen auch Haarfarbe. Ich bin mir sicher, diese Fragen wird er gerne beantworten – wenn nicht, NEXT 😀

Ich sage im Fazit einfach nur: seid vorsichtig und informiert euch gut, dann kann das nur eine gute Erfahrung werden.

Falls man letztendlich dann doch keine Couch gefunden haben sollte, bieten einige Couchsurfing-Mitglieder auch noch eine Private Tour durch deren Stadt an. Das war bei mir in Florenz zum Beispiel so, dass ein Mitglied meinte, er könnte mir zwar keine Couch anbieten, er wüsste aber sehr viele Geschichten über seine Stadt, darunter auch witzige Mythen, die man so nicht kennen würde. Ob ich ihn denn auch als Guide haben wollen würde. Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen und stimmte zu. Eine supercoole Erfahrung. Fabrizio war Ende 30 und zeigte mir Ecken von  Florenz, die ich alleine nie gefunden hätte. Außerdem führte er mich zu seiner Lieblingseisdiele und wir aßen richtig leckeres Gelato. Also auch hier eine positive Erfahrung. Inzwischen bin ich wirklich voll und ganz von dem System von Couchsurfing überzeugt und nutze es auf meinen Reisen viel. Er tut dem Geldbeutel ziemlich gut und meiner sozialen Seele auch!

Begonnen hat bei mir alles in Paris. Dort bin ich auf ein Couchsurfer Meeting in einer Bar gegangen. Das läuft so ab, dass es einen Couchsurfer gibt, der in eine Bar oder einem Restaurant (manchmal auf bei sich selbst Zuhause) ein Meeting veranstaltet. Dieses Treffen stellt er Online und man kann sich dort als Teilnehmer eintragen. Dorthin kommen die verschiedensten Menschen aus allen Nationen. Auch viele Einheimische sind dabei, die man dann vor Ort fragen kann, was man sich von der Stadt ansehen sollte. Das macht super viel Spaß und man lernt so viele neue Menschen kennen, das ist unglaublich. Und dadurch, dass dort jeder mit der Absicht hingeht, neue Menschen kennenzulernen, ist dort auch eine total offene Stimmung und jeder empfängt einen mit offenen Armen. Das ist super angenehm. Man tauscht ganz viele Erfahrungen aus und diskutiert über die Schönheit vieler Städte, übergibt Geheimtipps oder tratscht einfach nur über Gott und die Welt.

Ein weiterer Vorteil eines solchen Treffens ist, dass man sich dort ein paar Referenzen für sein Profil „einfangen“ kann. Somit wirkt man oft seriöser, wenn man auch Couch-Suche ist. So ein Meeting ist für mich etwas so unkompliziertes, etwas zu dem ich auch einfach mal spontan gehe, wenn ich am Abend noch nichts vorhabe. Ich habe sogar gesehen, dass es solche Meetings auch in kleinen Städtchen wie meiner Heimatstadt Ulm gibt! Also nichts wie ran Leute!

Ach ja und noch eine Frage, die mir dauernd gestellt wird: Nein, man muss seine eigene Couch nicht zwingend selber anbieten, um an dem Angebot „Couchsurfing“ teilnehmen zu können. Es reicht ein Profil anzulegen und los geht’s.

Ich hoffe mein Beitrag zum „Couchsurfing“ war hilfreich und die Seite wird nächsten Monat eine Menge Neuanmeldungen haben 😀 Falls es noch offene Fragen gibt, steh ich gerne zur Verfügung, diese zu beantworten. Viel Spaß beim „Surfen“ und „Hosten“ wünsche ich euch! Hier noch schnell den Link zur Website: http://www.couchsurfing.org

XOXO Carolina

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