Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , , ,

Venedig – für mich die allerschönste und vorallem atemberaubendste Stadt Italiens. Sie raubt einem einfach nur den Atem. Als ich mit Reny so durch die Stadt lief, quitschte ich ununterbrochen vor Glück und Freude. Ich verliebte mich bereits im ersten Moment. Reny konnte mich schon gar nicht mehr hören, wie ich sagte „Hab ich dir schon gesagt, wiiiiieee sehr ich diese Stadt liebe?“.

Ankunft

Doch kommen wir zum Anfang, denn die Anreise war nicht gerade ein Zuckerschlecken. Wir hatten vor, unser Auto auf dem Festland zu parken und mit einem Schiff oder ähnlichem auf die Insel zu fahren. Jedoch mussten wir dazu erst einmal einen Parkplatz finden. Wir konnten das Auto dieses Mal nicht umparken oder weiteres Geld einwerfen, deshalb machten wir uns auf die Suche nach kostenlosen Parkplätzen. Nach einer ewigen Suche und vielen befragten Menschen, fanden wir tatsächlich eine Reihe kostenloser Parkplätze! (Ort findet ihr hier) Von dort aus mussten wir zwar noch ein Stück laufen, um mit einem Bus auf die Insel zukommen, hatten aber den ersten Teil schon einmal geschafft.

Markusplatz

Bustickets konnte uns dann irgendwie leider keiner verkaufen und in Venedig selbst erfuhren wir, dass wir 8€ für das Schiff zahlen musste, dass uns zum Hostel bringen sollte. Wieder einmal mehr Geld ausgegeben als gedacht, erreichten wir den Markusplatz mit dem Schiff. Mit den schweren Koffern unterm Arm machten wir uns auf die Suche. Wie schon die Überschrift verrät, ist Venedig nicht gerade eine übersichtliche Stadt, in der einem eine Karte weiterhelfen kann – aber dazu später mehr. Letztendlich hatten wir unser Hostel gefunden. Super Lage, ziemlich sauber, aber nur günstig wenn man die Regeln kennt. Für Bettwäsche (5€) muss extra gezahlt werden, sowie Touristenzuschlag (1,50€) und Kreditkartengebühren (2,50€) gibt es auch. Also am besten Bettzeug mitnehmen und Bar zahlen. Das Frühstück ist echt mickrig, aber im groben Ganzen hat es uns dort super gefallen. Das war das B&B Venice Hazel Hostel, falls ihr euch es mal ansehen wollt.

Kaum hatten wir uns ein wenig eingerichtet, ging es auch schon gleich auf Erkundungstour. Wie gesagt, war ich völlig hin und weg von dieser Insel. All diese kleinen Gässchen, Brücken und niedliche Läden – bezaubernd. Und auch wenn viele behaupten Venedig würde stinken, dem ist ganz und gar nicht so!

Reny und ich hatten uns zuvor schon eine Route zurecht gelegt, was wir zuerst sehen wollten. Wir hatten eine Karte vom Hostel gestellt bekommen, doch diese war genauso zwecklos wie meine Karten-Applikation auf meinem Handy.

Enge Gassen

Venedig hat so viele kleine, verborgene Straßen, dass es eine Karte kaum erfassen kann. Nicht nur, da es so viele von ihnen sind, auch weil sie so unglaublich schmal und winzig sind. Mit ausgestreckten Armen konnte man locker beide Seiten der Wände berühren. Durch die Enge hat man schnell ein mulmiges Gefühl im Magen bekommen. Außerdem waren viele dieser kleinen Sträßchen Einbahnstraßen und endeten einfach so direkt im Kanal. Das war ein Spaß sag ich euch! Manchmal wusste man nicht, ob dort noch eine Brücke kommt oder nicht. TOTAL VERWIRREND. Ich weis nicht, wie oft wir uns verlaufen haben, aber es waren wirklich etliche Male!

Wir beide sahen in diesem Labyrinth natürlich nur den Spaß-Faktor und entdeckten somit auch viele Orte, die wir zuvor nicht auf unserer Route eingeplant hatten. Darunter war auch eine Kirche, wie wir dachten. Ein großer Vorplatz, umgeben von Flüssen mit einem hohen Gebäude. Als wir eintraten merkten wir jedoch, wir waren mitten in einem Krankenhaus gelandet?! Wir fühlten uns sehr unwohl, fehl am Platz. Links von uns eine Psychatrie und mehrere Krankenschwestern huschten hektisch durch die Gänge. Wir ergriffen sofort die Flucht. Auf den Schock gab’s dann erstmal ein pures Geschmackserlebnis mit echtem italienischen Eis.

Weiter ging es über eine fabelhafte Brücke mit dem Namen „Ponte Accademia“ über den Canal Grande. Hiervon hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Architektur von Santa Maria della Salute. Ein weißes Gebäude am Ende eines Inselteils, der mit seiner Schönheit über ganz Venedig strahlt. Dieses Prachtstück wollten wir uns auch noch aus der Nähe ansehen und schlängelten uns wieder durch die Gassen. Dabei konnten wir sogar direkt einen Filmdreh beobachten, bei der die Crew gerade eine Mittagspause machte. Wir hofften sehnsüchtig gleich einen George Clooney oder Brad Pitt von einem Gebäude zum nächsten hüpfen zu sehen, doch leider wurde diese Hoffnung nicht erfüllt.

Am großen Flussufer entlang startete bei uns zwei verrückten Hühnern gleich eine Fotosession. Wir entdeckten neben dem weißen Dom, witzige Statuen, rießige Türen oder gefährliche Bootstege, auf die wir uns hinaus wagten. Doch die Krönung begegnete uns erst am Ende des Inselstücks: eine Statue von einem nackten Jungen mit einem Frosch in der Hand! Wir waren geschockt. Wen sollte das darstellen? Was sollte uns das sagen? Wir beschlossen auch hiermit ein paar witzige Fotos zu schießen, doch ein Security machte uns ein Strich durch die Rechnung – von der Statue sollten wir einen Meter Sicherheitsabstand halten. WHAT? Wir verstanden zwar immernoch Bahnhof, doch respektierten die Entscheidung Venedigs eine weiße, nackte Kinderstatue nicht zu nahetreten zu dürfen.

So langsam ließen sich unsere Mägen nicht mehr ruhig stellen und es war Zeit für das Abendessen. Von Renys Freund Max hatten wir einen Geheimtipp für eine anscheinend geniale Pizzeria bekommen. „Barriaria La Corte“ ist auf dem Platz von San Polo platziert. Da die Italiener ja bekanntlich erst ziemlich spät dinieren, verkürzten wir uns die Zeit mit einem schönen italienischen Cappuccino und jeder Menge Gesprächsstoff. Als wir dann endlich vor unserer Pizza sitzen konnten, waren wir völlig aus dem Häuschen. Die beste Pizza meines Lebens. Da hätte man sich auch reinlegen können. Dazu überfreundliches Personal und eine schöne Atmosphäre – perfekter hätte der Abend nicht sein können.

Rialto Brücke bei Nacht

Danach erkundeten wir noch ein wenig das Nachtleben Venedigs und realisierten, dass das Straßen-Labyrinth bei Nacht nicht gerade einfacher wurde. Allerdings entdeckten wir die „Ponte di Rialto“ mit einer sagenhaften Aussicht auch bei Nacht und waren einfach nur platt. Wie schön konnte eine Stadt nur sein?

Am nächsten Morgen standen wir mit der Idee auf, günstig Gondel zu fahren. Doch war das überhaupt möglich? Die Gondelfahrer wollten von uns 50€ für eine kleine Runde. Das war einfach nicht in unserem Budget drinnen. Dann erfuhren wir, dass es eine Gondel für die Überfahrt von einer Flussseite zur anderen geben sollte, für nur 2€! Wir fingen an herum zu fragen, wer mehr wusste. Doch viele schüttelten entsetzt den Kopf und meinten so günstig wäre es vielleicht vor 10 Jahren gewesen, aber nicht mehr heutzutage. Wir gaben nicht auf. Mit viel Glück im Rücken stießen wir letztendlich sogar auf einen Platz, an dem solche Überfahren angeboten wurden. 2€ bezahlte jeder von uns, um in einer 3minütigen Fahrt über den Canal Grande zukommen. Nicht ganz das Gefühl das wir uns von der Fahrt erhofft hatten, dennoch können wir jetzt sagen, wir sind mit einer Gondel in Venedig gefahren!

Unser nächstes Ziel war ein großartiges altes Theater, welches vorallem Reny völlig aus der Bahn wurf. Es hatte diesen altmodischen Glanz, mit gigantischen Kristallleuchtern, pompösen Aufgängen und zartrosa gehaltene, mit Stuck versetzten Wänden und Decken. Ein Traum eines alten Theaters, Teatro La Fenice nannte es sich. Fotos waren eigentlich bereits schon im Eingangsbereich verboten, doch ein paar schossen wir trotzdem. Reny und ich haben den Plan eines Tages wieder zurückzukehren, um dort auch tatsächlich ein Theater- oder Opernstück zu sehen.

Danach wollten wir erneut Shoppen gehen, denn Venedig ist ein Traum, wenn es ums Einkaufen geht. Vorallem die rießen Auswahl an original italienischen Lederhandtaschen hat uns umgehauen. Die Preise leider auch. Eine habe ich mir trotzdem gegönnt, aber psshhd! Diese eine Handtasche hatte ich schon von Anfang an im Auge gehabt, doch in welchem Laden wir sie gesehen haben, wussten wir nicht mehr.

Rialto Brücke

Auf der Insel gibt es wirklich zahlreiche dieser kleinen Taschenläden und mit den vielen verwinkelten Straßen Venedigs wurde die Suche nicht gerade einfacher. Wir kamen zur glorreichen Idee, unsere letzte Tagesroute einfach noch einmal abzulaufen, um dann auf den Laden zu stoßen. Irgendwann verliefen wir uns aber trotzdem und stießen auf zwei nette und vorallem hilfsbereite Männer, Polizisten um genauer zu sein. Sie wussten genau, welche Sehenswürdigkeit wir suchten, nickten und meinten „folgt uns, wir bringen euch dort hin“. Unsere Herzen klopften vor Aufregung. Zwei gutaussehende Polizisten würden uns Po­li­zei­es­kor­te durch Venedig geben??! Wir wurden von allen angestarrt. Denn entweder wurden wir tatsächlich von Polizisten durch die Stadt geführt oder wir waren Knast-Schwestern. Wie auch immer, es war ein super Gefühl. Diese Gastfreundlichkeit hätten wir nicht erwartet.

Im Endeffekt hatten wir meine heißgeliebte Tasche wiedergefunden und viel bei der Suche erlebt. Doch mein Tipp an euch: Wenn ihr etwas seht, dass euch gefällt, NEHMT ES SOFORT MIT! Ihr findet es sonst nie wieder – oder müsst Polizisten nach Hilfe fragen 😀

Nach diesem Glücksmoment ging es für Reny und mich weiter auf den Markusplatz. Er war einfach riesig! Größer als ich ihn mir vorgestellt hatte, schöner als ich ihn mir vorgestellt hatte.

Café am Markusplatz

Als erstes wollten wir uns dort einen Kaffee gönnen, denn wie so oft hatten wir einen Geheimtipp erhalten. Das berühmte Caffè Florian sollte nämlich nicht nur die Reichen und Schönen bedienen, durch einen kleinen Trick konnten auch wir uns dort einen Kaffee leisten. Ein Espresso kostet auf der Außenterasse bei Musik ca. 8€, ohne Musik 6€ und drinnen an der Bar 1,20€! Ein echter Volltreffer wie sich herausstellte, denn unser Kellner fand uns Zwei so sympathisch, dass er uns gleich noch zwei Glässer Champagner spendierte.

Mit ein wenig mehr Mut auf den Rippen wagten wir uns zurück auf den großen Markusplatz zu den Tauben. Reny wollte es gar nicht erst probieren, die Tauben in ihre Nähe zu lassen, also wagte ich mich für uns zwei. Anfangs denkt man sich nichts dabei, die vielen Tauben auf einem sitzen zu lassen – bis sie es dann wirklich tun. Wenn sie einem aus der Hand fressen ist das einfach nur ein ganz ganz ganz seltsames Gefühl. Ein Mix aus Ekel, Angst und Mut überkommt einen. Ich beobachtete sogar eine Frau, der eine Taube so beharrlich auf dem Kop saß, dass sie trotz Rennen und Schütteln die Taube nicht los wurde. Mir reichten die Vögel auf meinen Händen für den Anfang und Reny hatte einiges zu lachen. Meine panischen Schreie beschallten den ganzen Markusplatz.

Nach reichlich Desinfektionsmittel gingen wir beide in die Basilica di San Marco. Der große Dom auf dem Platz, der auch von Innen echt hübsch anzusehen war. Auch von Innen bot er so einiges. Hohe Decken mit hübschen Bemalungen und das alles umsonst. Wieso nicht?

Als wir aus der Kirche kamen, entdeckten wir große Bierbänke aufeinander gestapelt. Wir wunderten uns im ersten Moment, weshalb die da standen, bis es uns klar wurde: für die kommende Woche war Regen angesagt. Sobald es auch nur anfängt ein wenig zu tröpfeln, stellen alle Venezianer sofort diese Bänke auf die Straßen. Nur noch auf diesen laufend, kann man sich dann in der Stadt fortbewegen. Zum Glück mussten wir das nicht miterleben, aber witzig wäre es trotzdem gewesen. Ich habe schon einige Geschichten darüber gehört und zur Regenzeit soll Venedig wirklich ein Abenteuer sein. Umgeben von Wasser durch diese wunderschöne Stadt zu laufen kann ich mir durchaus toll vorstellen.

Auch Paul fand ein Café mit seinem Namen in dieser Stadt, was Venedig natürlich nur noch mehr Pluspunkte verschaffen konnte.

Paul auf dem Markusplatz

Es gibt einfach nichts Schlechtes über diese Stadt zu sagen, außer dass sie ein wenig arg touristisch und teuer ist. Man findet dort kaum einen echten Venezianer mehr. Dennoch kann diese Tatsache die Schönheit Venedigs nicht einmal im Geringsten erschüttern.

Zum grönenden Abschluss begaben Reny und ich uns noch auf die berühmt berüchtigte Rialto Brücke, diesmal bei Tag. Einfach nur ein Traum einer Brücke sag ich euch. So eine ist mir noch nie unter die Füße gekommen. Auf der Brücke selbst befinden sich sogar noch Geschäfte, mit langen Öffnungszeiten. Die Aussicht kann sich natürlich auch sehen lassen. Als eines der Wahrzeichen Venedigs kann man in beide Richtungen der Brücke weite Blicke in die Ferne genießen. Kleine Flussrestaurants und Läden zum Schmöckern umgeben den Canal Grande an diesem Punkt. Bei dem Schimmer der untergehenden Sonne erstrahlte alles in einer noch größeren Schönheit und als die ersten Lampions angingen, ging mir auch gleich das Herz richtig auf. Da wird einem nocheinmal das Glück begreiflich, welches einem erlaubt in diesem Moment an diesem Ort zu sein. Ein Moment völliger Zufriedenheit.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die mir diese Reise meines Lebens ermöglicht haben und mich auf meinem bisherigen Weg begleitet haben. Eine wahrgewordener Traum, den ich durch euch verwirklichen konnte. DANKE!

XOXO, Caro & Reny & Paul

Advertisements