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Als ich den ersten Fuß auf die indonesische Insel Bali setzte, wusste ich es: Hier gefällt’s mir und ich möchte jeden Fleck dieser Insel erkunden. Die Stadt ist unglaublich farbenfroh und voller Kultur. Überall sind Tempel zu sehen, ob kleine Haustempel oder gigantische Tempelstädtchen. Sie sind einfach überall.

Die Autofahrt vom Flughafen zum Hotel dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Der Verkehr auf Bali ist katastrophal. So unglaublich viele Rollerfahrer, die sich an einem vorbei quetschen und die Straßen blockieren. Doch die balinesischen Autofahrer lassen sich dadurch anscheinend nicht aus der Ruhe bringen. Völlig gelassen überkreuzen sie die unübersichtlichsten Straßen. Anscheinend gibt es dort keine Regeln. Wer 1cm weiter vorne mit seinem Auto ist, hat Vorfahrt. Beim Überholen wird gehupt und Ampeln gerne ignoriert, „that’s the Bali-way“.

Unser Hotel (Link gibt es hier) war wirklich super und bestand eigentlich nur aus kleinen Villen. Wir hatten allerdings eine ganz große, damit die ganze Familie reinpasst. Es gab zwei Stockwerke zu bestaunen, Whirlpoole, Outdoorshowers, eine großzügige Küche und ein Wohnzimmer und natürlich den hauseigenen Pool. Nach den Welcome-Drinks wurden erstmal die Koffer ausgepackt. Ich fühlte mich sehr schnell wie Zuhause.

Am nächsten Tag war ich auf der Stelle bereit für ein Abenteuer. Ich wollte wissen, was die Insel so besonders macht, was es alles zu entdecken gibt. Wir hatten uns für die 14 Tage Aufenthalt einen Fahrer geholt. Für 34€ pro Tag sollte er uns überall hinfahren, wo wir wollen und währendessen auch als Tourguide dienen. Unser Fahrer Noyman war die gute Laune in Person.

Streets of Bali

In jeder seiner Geschichten lag so viel Leidenschaft und er kannte Bali so gut, dass man seinen Geschichten hätte stundenlang lauschen können. Er erzählte einem immer genau die wichtigsten Dinge. Nichts ist nämlich langweiliger, als unnütze Fakten in irgenwelchen Museen hören zu müssen, die einen nur einschläfern. Nicht so Noyman.

Unser erster Trip führte uns zum Schmetterlingspark. Zunächst war ich nicht unbedingt angetan von der Idee, Schmetterlinge in einem Käfig zu halten, wollte mich aber überraschen lassen…

Auf dem Weg dorthin, entdeckte ich am Straßenrand ein paar Affen. Wir fuhren auf einer Hauptstraße am Dschungel vorbei und immer wieder sah man Äffchen auf die Straße huschen. Sofort sprang ich aus dem Auto, holte mir am Stand gegenüber ein paar Bananen und Erdnüsse für umgerechnet 1,50€ und wandte mich Richtung Urwald. Die Bananenverkäuferin lief mir hinterher und lockte die Affen mit ein paar Chips an. Sofort kamen die inzwischen sehr zutraulichen Tiere angerannt und schnappten mir die erste Banane aus der Hand. Ziemlich frech die Kleinen, und übergewichtig. Anscheinend sind die Straßen durch diesen Urwald bekannt dafür, Affen zu Gesicht zu bekommen. Die Tiere sahen alles andere als menschenscheu oder verhungert aus. Das Ganze hat immer seine Sonnen- und Schattenseiten.

Weiter ging’s Richtung Schmetterlinge. Für ungefähr 5€ gab’s den Eintritt in den Park, mit einem Führer obendrauf. Der erste Eindruck war für mich ganz schön. Die Falter hatten ein großes Territorium, überdacht mit einem Netz. Zunächst störte mich, dass sich diese hauptsächlich in diesem Netz festklammerten und man sie dadurch, weder genauer betrachten noch fotografieren konnte. Lediglich Insekten wie die Gottesanbeterin oder Raupen konnte man zwischen den Blättern der Bäume entdecken. Allerdings wusste ich bis dahin noch nichts von dem Bruthäuschen. Ein Ort, an dem die Kokons mit Wäscheklammern aufgehängt sind, trocknen können und an dem sie sicher sind. Schmetterlinge, die bereits geschlüpft waren, zeigten ihre volle Pracht und Größe an den Netzen, die das Häuschen umgaben.

Butterfly Garden

Sie hingen dort einfach und liesen die Sonne auf sich scheinen. Unglaublich schön, wie sie dabei ihre Farbenpracht zur Show stellten. Ich war hin und weg von ihrer Schönheit. Ich kann mit Insekten normalerweise wirklich nichts anfangen, aber Schmetterlinge faszinierten mich schon immer. Allerdings leben Schmetterlinge nur 10 Tage, dann ist ihr schönes Dasein bereits wieder zuende. Schade eigentlich.

In einem weiteren, kleinen Häuschen entdeckten wir weitere Tierchen. Doch waren die dieses Mal nicht so süß und schön – sie waren eklig und angsteinflößend. Und unser Guide setzte sie mir einfach auf den Körper. So schnell konnte ich gar nich schauen. Ich träume heute noch von diesen widerlichen Viechern. Ein leichter Schauer geht mir immernoch über den Körper, wenn ich jetzt davon schreibe. WUAH! Ich weis nicht warum, aber meine Familie und vor allem mein Bruder fand großen Gefallen an Spinnen und Co. Vielleicht auch nur, um mich zu ärgern? Ich bin eben eine Frau!

Gegen Ende des kleinen, labyrinthartigen Parks, gab es noch eine Ausstellung der schönsten und farbenprächtigsten Schmetterlinge und Falter, die dort jemals gefunden wurden. In Worten kaum beschreibbar, wie unfassbar cool die Ausstellung war. Ich hatte keine Ahnung, dass Motten die Größe meiner Hand annehmen können oder das es so enorm türkise Falter gibt. Ich war fasziniert. Mein Bruder sogar noch mehr (!!).

Okay, jetzt fragt ihr euch berechtigterweise, was an Schmetterlingen und handzahmen Affen so „wild“ ist, wie es die Überschrift verspricht. Ich sage, das war eine sanfte Hinführung, auf das wirklich“wilde“, was jetzt kommt! Die kleine Caro war nämlich mit den verrücktesten und verfressensten Elefanten unterwegs! Aber fangen wir von vorne an…

Emma und me 2010

In Thailand war ich bereits schon einmal Elefantenreiten. Ein Gefühl, das ich mein Leben lang nicht mehr vergessen werde. Damals durfte ich die „kleine“ Emma reiten. Ich wurde spontan auf ihren Kopf anstatt in den Korb auf dem Rücken gesetzt und bekam schon ein ganz mulmiges Gefühl. Nicht nur, dass die schon fast stacheligen Haare des Elefanten an meinen Beinen kratzten, es war zudem auch so wackelig, dass ich wirklich schon Panik bekam, herunter zu fallen. Die Elefantendame merkte, dass ich Angst bekam und knickte ihre Ohren so nach hinten, dass meine Beine fest an ihrem Körper waren. Schwupsdiwups fühlte ich mich von ihr gehalten und gesichert. Keine Angst mehr herunterzufallen. Dieses Erlebnis wird für immer in meinem Herzen bleiben. Ein Elefant vergisst nie, heißt es. Und Emma war es, die mir half, meine Angst zu überwinden. DAS werde ICH nie vergessen…

Elephant Resort

Mit dieser Vorgeschichte machte ich mich also auf zu „Bakas Levi Elephant Tour“. Ich hatte gehört, dass sie dort 27 schöne Elefanten aus Sri Lanka hingebracht hatten, nachdem Bali ihnen das Leben gerettet hatte. Die Stadt Sri Lanka hatte nähmlich keinen Nutzen mehr für die schönen Tiere, als sie ihnen alles genommen hatten und wollten sie töten lassen. Stattdessen bot Bali seine Hilfe und und nahm die Elefanten bei sich auf. In dem Resort „Bakas Levi“ gab es außerdem einen kleinen Zoo, in dem man sich noch weitere Tiere wie Affen und Vögel ansehen konnte. Doch ich muss sagen, dass ich von dem Ort ziemlich enttäuscht war. Die Preise waren erheblich zu hoch, eine Stunde Elefantenreiten für umgerechnet knapp 80€! Man konnte zwar auch kleinere Packete buchen, doch kam ich nicht von dem Gefühl los, dass man dort als Tourist ausgenutzt wurden.

Dieses Gefühl setzte sich fort, als sich mein Elefantenreiter Kaju darüber beklagte, dass er nur 150€ Lohn im Monat hat und den Rest des Monats nur durch Trinkgelder überleben würde. Beim Bilder machen brüllte er dann noch immer „1,2,300.000 Rupia Trinkgeld“ (ca. 20€) was ich persönlich sehr nervig fand, dass er mir das andauernd auf die Nase binden musste.

Elephant Trekking

Der Ritt an sich war sehr abenteuerreich. Auch hier durfte ich mich hinter die Ohren des Elefanten setzen und dabei war ich tierisch (!) aufgeregt. Allerdings war der Elefant Tony ein sehr wilder. Er riß gerne halbe Bäume aus dem Boden und beschäftigte sich am liebsten den ganzen Tag nur mit fressen. Ich finds ja gut und schön, dass der Elefantenreiter den Elefanten ab und zu fressen lässt, aber wir verbrachten wirklich mindestens eine halbe Stunde nur in den Büschen. Bei einem Stundenpreis von 80€ ist das dann schon echt nervig. Und es ist vorallem gefährlich! Kaju der Elefant interessiert sich nämlich nicht dafür, ob auf ihm währenddessen irgendjemand sitzt. Er schwingt die Bambusbäume nur so um sich und man musste hin und wieder wirklich den Kopf einziehen, um nicht erwischt zu werden. Saß man dabei noch hinter seinen Ohren, direkt auf dem Kopf, wurde das wirklich zu einem Jonglierakt. Ich musste mich wirklich extrem konzentrieren, nicht runterzufallen. Den Elefanten interessiert das kein Stück. Auch die Landschaft war ziemlich enttäuschend. Nur braune Palmen, kaputte Wege und herunterkommende Häuser begegneten auf unserer Strecke. In Thailand ritten wir durch den schönsten Dschungel, vorbei an rauschenden Flüssen. Auf Bali war das eher tote Hose.

Ich muss sagen, für das Geld war ich wirklich etwas enttäuscht. Ich habe mich gefühlt, als würde ich abgezogen werden – und das Gefühl mag ich gar nicht! Oft sprachen die Einheimischen auf balinesisch untereinander und lachten dann zu mir rüber. Trinkgeld gab es von mir dafür dann auch nur gering. Das einzig wirklich positive, was ich darüber sagen kann, dass die Elefanten dort in guten Verhältnisen leben. Sie werden gewaschen, gut behandelt und bekommen anständig zu essen. Klar werden sie hin und wieder mit dem Stock geschlagen, aber ich glaube, dass das für uns Menschen schlimmer aussieht, als es wirklich ist. Elefantenhaut ist so dick, sie würden sonst nicht mal einen Piekser spüren.

Monkey Forest

Weil mir das natürlich noch nicht genügend Action war und ich unbedingt noch mehr Affen sehen wollte, beschloß die ganze Familie sich auf Richtung „Monkeyforest“ zu machen. Es gab nähmlich tatsächlich einen Wald, indem sich verschiedene Gruppen von Affen befinden. In den Tiefen des Waldes, lies uns unser Fahrer Noyman aussteigen. Man zahlte nicht mal einen Euro pro Person und wir bekamen dazu eine Art von Guide, der uns über die Hintergründe der einzelnen Affengruppen aufklärte und uns immer wieder kleine Brotstücke zuschob, um die Affen anzulocken.

Die Affengruppen hätten unterschiedlicher nicht sein können. Eine war total zutraulich und kam dir gerne nahe, die andere war sogar so wild, dass sie dich von überall ansprangen und wie Kletten an dir klebten. Eine Tatze landete in meinem Auge und mein Bruder bekam Kratzspuren über den ganzen Rücken. Man musste wirklich aufpassen. Sonnenbrillen zu tragen oder teure Kleider wird wärmstens abgeraten. Außerdem gab es auch sehr aggresive Affen, denen man besser nicht zu nahe kommen sollte. Aber dafür sorgte unser Guide schon.

Andere Äffchen allerdings, trauten sich gar nicht erst in deine Nähe, waren unglaublich scheu und kamen wirklich nur dann, wenn sie sich nicht bedroht fühlten. Ein kleiner kam vorsichtig auf mich zu, öffnete meine Hand, nahm das Stück Brot und rannte ganz schnell wieder davon. Soooo süß! Sie eroberten mein Herz im Flug. Sie essen gerne süßes Brot, Erdnüsse oder Reiskörner. Den Affen im Wald geht es echt gut. Sie springen herum, wo es ihnen gefällt. Es gibt keine Zäune, nur die Natur. Zwischendrinnen einige Ruinen von alten Tempeln und außen herum nur gigantisch hohe Bäume. Die höchsten ihrer Art. Dort konnten die Tiere perfekt herumtoben. Ich bin davon überzeugt, dass es den Affen dort wirklich gut geht. Daher kann ich es jedem nur empfehlen dort hinzugehen.

Ihr seht, Bali ist kunterbunt an ihrer Vielfalt sowie an ihrer Farbenfreudigkeit. Wer es tierisch wild will, ist auf Bali richtig. Es gibt so viel zu sehen. Ich habe zwei Wochen auf der Insel verbracht und immer noch nicht das Gefühl, wirklich alles gesehen zu haben. Die Tierwelt war mir aber sehr wichtig. Ich wollte wissen, wie die Tiere behandelt werden, in welche Konditionen sie leben und ob man als Tourist dort wirklich helfen kann. Nicht nur den Menschen, auch vorallem den Tieren. Als Fazit kann ich wirklich sagen, den Tieren auf Bali geht es echt gut. Das Geld der Touristen wandert nicht nur in die eigene Tasche, sondern auch zum Wohl der Tiere. Das freut mich immer wieder zu sehen. Und obgleich es Schmetterlinge, Affen oder Elefanten sind – alle haben sie mein Herz für sich gewonnen!

XOXO Carolina & Familie

 
Nützliche Informationen:
 
Jalan Batukaru, 80351, Indonesia
Phone: +62 361 814 282
 
Bakas Levi Rafting and Elephant Tour
Jl. Danau Tamblingan No . 82 Sanur – Denpasar, Bali
 
Sacred Monkey Forest Ubud
Jalan Monkey Forest, Padangtegal, Ubud
Bali, Indonesia (80571)
Phone: +62 361 971304
Email: info@monkeyforestubud.com
Opening hours : everyday from 8.30 am – 6 pm
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