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Bei solchen Temperaturen draußen kuschelt man sich am besten unter seine Decke, macht sich einen Tee und fängt schon einmal an, über Weihnachtsgebäck nachzudenken. Nun will ich euch durch meinen warmen Beitrag über Bali nicht nur die Sonne in euer Herz bringen oder euch die Vorstellung von einem schönen Ort ins Gedächtnis rufen – ich will euch auch vom Weihnachtsgebäck weg, in die Welt der Köstlichkeiten Balis entführen.

IMG_3005Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, hat die indonesische Insel Bali ihre ganz eigene Küche. Nicht vergleichbar mit unserer „Europäischen“ oder, wer es so gerne verallgemeinert, der „Asiatischen“ – Balinesisch eben.

Bali liebt scharf, Bali liebt Reis, Bali liebt Fisch.

Wenn ich scharf sage, dann meine ich auch scharf. Die Balinesen klatschen sich gerne Tonnen von Chilisoßen und gehackten Chilis auf das Essen. In keiner Menükarte würde stehen „Dieses Essen ist extrem scharf“ – es ist einfach immer scharf. Selbst ein Standart-Currt wird dich ein wenig zum Feuerspeien bringen.

Vielleicht auch einer der Gründe warum zu jedem Gericht Reis gegessen wird. Es nimmt dem Essen ein wenig die Schärfe; aber eben auch nur ein wenig. Reis auf Bali ist günstig. Es wird dort überall angebaut und man kann es sogar in allen möglichen Farben bestellen. Es gibt nämlich sowohl roten, als auch schwarzen Reis! Noyman, unser Fahrer auf Bali, erklärte mir, dass seine Familie sich zu viert einen kleinen Fisch teilen würde und der Rest des Tellers würde nur aus Reis bestehen (Soße ist für die Menschen dort das Chili).

Der Reisanbau auf Bali ist etwas ganz besonderes. Mühsam und sehr vorsichtig wird er von den Bewohnern der Insel angebaut. Sogar die kleinsten und ärmsten Familien haben im Hinterhof eine kleine Reisterasse. Außerdem gibt es viele gigantisch große Felder, die einfach nur schön anzusehen. Die Art wie Reis dort angebaut wird, ist eine Stufenform. Ich hatte immer das Gefühl über die jeweiligen Stufen wurde ein grüner Teppich gelegt, so flauschig, dass man sich am liebsten hineinlegen würde. Doch bei näherer Betrachtung merkte ich schnell: DA IST NICHTS MIT KUSCHELN. Jeder einzelne Halm steht unter Wasser und sieht auch eher kratzig als gemütlich aus.

Der Anbau von Reis ist Tradition. Man sagt die Felder sind die Himmelstreppen der balinesischen Götter. Eines dieser Felder wurde sogar als Weltkulturerbe deklariert und somit geschützt. Auf gut 2200m Höhe findet man die größte Reisterasse der Insel; in der Umgebung des Dorfes Jatiluih südöstlich des Vulkan Gunung Batukau hat man darauf atemberaubenden Ausblick.

Ich kenne keinen Menschen auf dieser Welt, der so viel Reis essen kann wie unser Fahrer Noyman. Als wir mit ihm allerdings eines Tages im Hardrock Café vor Ort essen waren, schaffte er nicht mal den halben Burger. Brot sind die Menschen dort schlichtweg nicht gewohnt und stopfen sie extrem. Aber auch unserem balinesischen Freund hat das Essen im amerikanischen Kultrestaurant geschmeckt.

Zunächst war ich wirklich verwundert darüber, dass es auf so einer „kleinen“ Insel wie Bali ein Hardrock Café gab. Nicht nur das, auch ein Hardrock Hotel gab es dort. Ein hinreisendes Luxushotel, von dem jeder nur träumen kann. Hätte ich das Geld dazu, würde ich nirgends anders mehr auf der Welt übernachten wollen.

Für mich allerdings auch ein ganz großes Kontrastprogramm zu den armen Bettlern in vielen Ortschaften Balis und den schlimmen Lebensverhältnissen dort. Leider ist es dort wirklich so, dass die Kluft zwischen den armen Einwohnern und den „reichen“ Touristen extrem ist. Da die Insel hauptsächlich nur von Tourismus lebt, merkt man auch selber als Besucher, wie die Leute einem das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Dieses Gefühl mag ich ganz und gar nicht. Am Strand zu liegen und wirklich (!!) im zwei-Minuten-Takt angesprochen zu werden, ob man ihr Produkt kaufen möchte. Oder beim Einkaufen auf den Straßen unmöglich bedrängt zu werden und sofort die Lust auf den Kauf zu verlieren. Leider ist das in den touristischen Bereichen so, das ist das Alltag. Es gibt auch immer zwei Preise: einen für Australier (der weitaus teurer ist) und einen für die restlichen Touristen.

Was ich damit sagen will: Wenn ihr also Lust auf tolles Essen habt, dass nicht gerade unter die Kategorie „Burger“ fällt, nehmt ruhig den kleinen Weg auf euch und fahrt außerhalb des Zentrums wie Kuta.

Um zuletzt das Wichtigste zu nennen: Bali liebt Fisch. Natürtlich tut die Insel das. Immerhin hat sie dafür den optimalen Standort. Um guten Fisch auf Bali zu bekommen, muss man nicht weit fahren; man bekommt ihn so gut wie überall. Doch ich habe mein absolutes Lieblingsrestaurant dafür gefunden: Tanjung Alam Ikan Bakar. Ja … okay, und was genau ist das? Denkt ihr euch bestimmt jetzt. Es ist mit Abstand das günstigste und beste Fischlokal eures Lebens! Es befindet sich direkt am weisen Sandstrand von Lovina Beach. Ihr sitzt dabei in kleinen Bungalows direkt am Strand und genießt die Sonne mit einer frischen Brise Meeresluft. Bevor man sich aber jetzt, geht man an die Theke und sucht sich seinen frischen Fisch selbst aus. Dort wiegt man ihn gleich und verhandelt den Preis. Bei umgerechntet 0,80-1,50€ pro Fisch, der gerade erst aus dem Wasser gesprungen kam, kann man überhaupt gar nichts sagen. Ein bisschen Gemüse und Reis, eine gekühlte Kokosnuss schlürfen und der Tag ist perfekt. Man fühlt sich dort überhaupt nicht als Tourist behandelt, man ist ein balinesischer Gast. Ein Traum dort!!!

Ein weiteres Restaurant, welches ich nur von Herzen empfehlen kann ist das Warung Jala Emas (übrigens heißt „Warung“ übersetzt immer ganz einfach „Geschäfft“ – das sieht man auf Bali überall). Ein unscheinbares Restaurant am Rand einer Hauptstraße. Unscheinbar, weil es für mich im ersten Moment sehr touristisch und groß vorkam. Ich bin eher der Fan von gleichen Restaurant, die einheimische Küche kochen. Doch Noyman versicherte uns, es würde uns begeistern. Durch die Eingangshalle hindurch, kamen wir in einen wunderschönen Garten, mit Springbrunnen, kleinen Häusschen als Essnieschen und alles im balinesisch, traditionellen Stil gehalten. Ich war sofort verliebt. Ich dachte zunächst ein solches Paradies würde uns im Endeffekt ein Vermögen kosten, doch mit 5€ pro Person für sowohl Essen als auch Trinken war ich positiv überrascht. Wir hatten nur den besten Fisch und die verschiedensten balinesischen Spezialitäten.

Zum Essen wurde ein besonderes Gebäck gereicht, dass alles selbst hergestellt wurde. Manche hatten einen sehr würzigen Geschmack, manche liesen Erdnuss herausschmecken und bei anderen wusste ich gar nicht mehr was drinnen war. Man bröselt dieses verschieden geformte Gebäck über den Reis und bekommt dadurch noch etwas mehr „crunch“. Ziemlich lecker. Wir waren so hungrig, wir aßen so gut wie alles auf, bevor die Hauptspeise überhaupt da war!

Bali_verkleinert12501Mein letzter großer Restaurant-Tipp geht an Warung Mina. Ich könnte es auch das Geheimversteck nennen. Es wird nämlich von einem „Schein-Restaurant“ verdeckt. An der Hauptstraße sieht es nämlich aus, wie ein kleines Touristenrestaurant aus. Fährt man mit dem Auto allerdings daran vorbei, in den Hinterhof, eröffnet sich einem eine Traumoase! Dieser Ort wird auch von vielen Männern genutzt, ihre Affären zum Essen auszuführen, da man einen von der Straße aus nicht sehen kann.

Stellt euch ein großen Wald vor. Hohe Bäume, überall kleine Flüsse mit darüber führenden Brücken, die Sonne scheint durch die Bäume und man hat eine Aussicht über wunderschöne Reisfelder. Man speist in einem offenen Bambushaus. Man kann auf dem Boden sitzen und speist mit den Händen oder genießt sein Essen auf Stühlen. Privatsphäre garantiert. Will man bestellen, läutet man einen Gong am „Hauseingang“. Es wird kaum Englisch gesprochen, doch ein Finger auf dem richtigen Bild reicht um verstanden zu werden. Ein Festmahl für unter 1€ ist hier normal. Die beste Qualität und das freundlichste Personal schlechthin! Traumoase trifft es, denk ich mal, am Besten. Allein die Location ist so traumhaft, ich könnte dort einziehen. Wasserspiele, kleine Teiche und Flüsse mit bunten Fischen und Blumen – ein Paradies! Wer auf Bali ist, muss dieses Restaurant besuchen!

Einen netten und gesunden Snack bekommt ihr in dem bunten Restaurant Sea Circus in der Nähe vom Strand in Seminyak. Frisch gepresstes Limetten-Kokosnusswasser und andere frische Getränke, kühlen einem den heiß gewordenen Kopf im warmen Bali. Auch leckere Sandwiches, Salate oder diverse Frühstücksangebote lassen einem dort das Wasser im Mund zergehen. Eine kunterbunte Fassade macht auf das Restaurant aufmerksam.

Ihr solltet euch allerdings auch einmal in die eher unscheinbareren Restaurants wagen. Meistens gibt es dort das wahre Essen Balis. Wie gesagt bin ich nicht der größte Fan von Touristenfood und bin immer auf der Suche nach Geheimtipps. Ich war in der Nähe von Nusa Dua in einem winzig kleinen Restaurant mit dem Namen Warung Indah. Frisch gemachte Satée Spieße, sehr leckeren Fisch und Reis mit Süßkartoffelstücken darin. Kannte ich zuvor auch nicht nicht, war aber köstlich! Traut euch auch die kleinsten Restaurants zu besuchen!

Bei was ihr allerdings Acht geben solltet, ist Straßenfood. Das Problem ist nicht, dass das Essen nicht unter hygienischen Umständen gekocht wurde, das größere Problem sind die Teller. Entweder werden diese gar nicht abgespült oder sie spülen es mit Wasser, das du vorher lieber nicht gesehen haben willst. Da also etwas vorsichtig sein!

Ich wünsche euch noch eine wundervolle Woche.

XOXO Carolina

Nützliche Informationen:

Tanjung Alam Ikan Bakar
Jalan Seririt | Singaraja Buleleng, Bali, Bali, Indonesien
 
Warung Jala Emas
Jalan gatsu barat 100A, Denpasar, Bali 80361
 
Warung Mina
Jl. Jaya pangus GG. Taman Baru No. 5 Peguyangan
Phone: 0361 – 464621
 
Sea Circus
22 Jalan Kayu Aya [Oberoi Rd], Seminyak, Bali
Phone: +62 361 738 667
 
 
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