Schlagwörter

, , , , , , , ,

Als ich hörte, dass wir eine Reise nach Prag gewonnen hatten, war ich völlig aus dem Häuschen. Wann gewinnt man schon mal etwas? Das war so aufregend. Doch dann fing ich an zu grübeln, was hatte ich bisher von Prag schon gehört? Wenn ich ein neues Reiseziel habe, fang ich in der Regel immer sofort damit an zu überlegen, was ich alles sehen möchte. Doch bei Prag fiel mir das irgendwie schwerer. Mir fiel so spontan nichts ein, was ich UNBEDINGT dort sehen wollte.

Also fing ich an zu recherchieren. Am liebsten habe ich dafür meine TripAdvisor App auf dem Handy, wo ich mir sofort kostenlos das Prag-Paket runterlud. Plötzlich war ich völlig begeistert, die Stadt schien mir so viel Charme zu haben. Ich konnte die Reise nicht mehr abwarten…

11101Dort angekommen, fielen mir sofort die alten Straßenbahnen auf, die überall durch die Straßen düsten. Ich merkte schnell, dass das unser Fortbewegungsmittel sein würde. Mit meiner hübschen Mama im Arm, machten wir uns auf in die Innenstadt. Dieses Gefühl, das man inmitten der alten Häuser bekam, war einfach nur überwältigend. Ich als kleiner Architektur-Freak kam nicht drum herum, die Schönheit der unterschiedlichen Bauarten zu bemerken. Eine Kreuzung aus gotischem und barockem Stil zieht sich von einem Haus zum anderen. Prag hatte das Glück, während des Krieges von keine einzige Bombe berührte zu sein. Somit blieben alle Gebäude unversehrt. So gut wie jedes Haus in Prag wurde bis heute renoviert und so schimmert die Stadt in den prächtigsten Farben und zeigt sich von ihrer besten Seite.

Der berühmte Platz der Republik ist der perfekte Ort, um seinen Stadtrundgang zu beginnen. Dort erhält man einen optimalen Eindruck der Stadt, auch wenn er meist völlig überlaufen ist. Umgeben von einigen überteuerten Restaurants findet man neben Statuen, der Teynkirche, Ungelt und dem Rathaus auch die heißbegehrte Astronomische Uhr. Diese Uhr ist ein Sternhöhenmesser, mit dem man den sich drehenden Himmel nachbilden kann. Für mich war sie allerdings einfach nur eine hübsche golden Uhr an der Mauer des Rathauses, von Astronomie hab ich nicht so viel Ahnung.

Von diesem Platz aus gehen unzählige kleine Gassen, die eine schöner als die andere, in denen man atemberaubende Architektur aber auch süße kleine Shoppinggeschäfte finden kann. Schmuckläden, Eisdielen, Restaurants, sowie das große Hardrock Café sind dort vorzufinden. Eine der Hauptstraßen führt sogar direkt zu meiner nächsten Station auf der Liste, der Karlsbrücke!

Die Karlsbrücke ist die älteste erhaltene Brücke über dem Fluss Moldau und ist eine der ältesten Steinbrücken Europas. Geziert von zahlreichen, bedeutsamen Statuen ist die 516m lange Brücke das Schmuckstück Prags. Auf dem Übergang selbst findet man viele Künstler und Stände mit kleinen Souvenirs. Schade allerdings fand ich wiedermal, wie viele Bettler ich dort vorfinden konnte. Sowas macht immer ein wenig traurig.

Am Ende der Brücke sticht einem sofort das berühmte Kafka Museum ins Auge. In diesem Moment wurde ich sofort an mein Abi erinnert, bei dem wir Kafka bis hinter die Ohren interpretiert hatten. Und da fiel mir ein, dass es doch eine Sache gab, die mich an Prag erinnerte – Kafka. Er war dort aufgewachsen und hatte sich zum Schreiben vieler Bücher dorthin zurückgezogen.

Nach der Brücke gibt es linkerhand ein kleines Inselstück, welches mit viel Natur und einer sagenhaften Aussicht auf Prags Innenstadt glänzt. Nach kurzer Zeit bemerkte ich ebenfalls, dass dort auch einiges an Kunst geboten wurde. Gelbe Pinguine standen stramm in einer Reihe inmitten der Moldau im fließenden Wasser und leuchteten bei Nacht. Noch merkwürdiger allerdings fand ich die Skulpturen von David Černý „Babies“. Meine Mutter und ich hatten damit zwar jede Menge Spaß, doch ganz verstanden hab ich diese Kunst wohl bis heute noch nicht.

Nach diesem ereignisreichen Tag, überkam uns der Hunger. Aufgrund einer Empfehlung eines Freundes, begaben wir uns in ein nahegelegenes Restaurant namens Café Lounge. Ein unglaubliches Lokal mit jeder Menge Charme der früheren Zeitepoche. Unglaublich guten Kaffee, selbstgemachte Kuchen, saisonale Küche und hervorragende Weine. Dieses Restaurant kann ich mit bestem Gewissen empfehlen, ein Traum für jedes Portemonnaie. Doch seht selbst …

Am Abend erkundeten wir noch den bekannten Wenzelsplatz. Bei Nacht leuchtete die gigantisch große Straße von allen Seiten. Wir entdecken weltweit bekannte Läden wie Starbucks, Zara und Co. und bekamen das Grinsen kaum mehr aus dem Gesicht. Das große Nationalmuseum erleuchtete die ganze Straße und ich fühlte mich wie in Paris, auf der Champs-Élysées. Allerdings soll diese Straße nicht gerade ungefährlich sein. Ein paar düstere Männer standen jede zwei Meter auf dem Weg und wollten anscheinend ihre Drogen verticken. Auch Prostituierte liefen in regelmäßigen Zeitabständen an uns vorbei. Doch wir ließen uns von all dem nicht unser Strahlen aus dem Gesicht nehmen und gingen glücklich ins Hotel zu unseren Betten.

Am Mittwoch bekommt ihr passend zum verlängerten Wochenende Teil 2 meiner Prag-Reise zu Gesicht. Wie immer hoffe ich, euch mit meinen Erfahrungen hilfreich zu sein, wenn ihr selbst einmal dort sein solltet, oder auch ein Stück weit aus dem tristen Alltag in eine andere Welt zu entführen. Wie ich auch immer, ich freue mich, dass ihr da seid.

XOXO Caro

Wichtige Informationen:
 
Café Lounge
Plaská 615/8, 150 00 Praha 5
Malá Strana, Tschechische Republik
+420 257 404 020
Advertisements