Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , ,

Mit dem Träumen geht es weiter. Bali lässt mich einfach nicht los – und das wird es auch nie. Zu einschneidend waren die Erlebnisse dort. Eine einzigartige Insel. Doch dieser Beitrag wird vorerst mein letzter zum Thema Bali sein. Ich habe euch mit in die Welt der wilden Tiere genommen, der außergewöhnlichen Essgewohnheiten, der actionreichen Umgebung, habe euch die Entspannungsmöglichkeiten der indonesischen Insel gezeigt. Nun wird es Zeit, euch an meinem letzten Eindruck Balis teilnehmen zu lassen, einem eher traditionelleren Eindruck, denn es geht um Tempel und ihre Bedeutung.

Tempelstadt Bali – ich finde dieser Name passt einfach perfekt. Denn wohin man auch sieht, man kann immer und überall einen kleinen Tempel entdecken. Ob es die kleinen sind, die bei jedem Einwohner Balis im Garten oder auf dem Dach zu entdecken sind, oder ob es die großen, gigantischen Königstempel sind – eins ist sicher, sie sind die Heiligtümer der Insel.

DER Tempel schlechthin in Bali ist der „Meerestempel“ Tanah Lot. Ein hinduistischer Tempel, der sich mitten im Meer befindet. Für Touristen heutzutage nicht mehr betretbar, haben dort nur die Gläubigen Zutritt zum heiligen Götterberg Meru (befindet sich inmitten des Tempels). Seine wahre Pracht zeigt der Tempel bei Flut. Dabei werden die rutschigen Felsen mit Wasser überflutet und auf dem großen Steinfels ragt nur noch Tanah Lot. Ein wunderschöner Anblick, der mit seinen Blumen und exotischen Pflanzen wahre Schönheit zeigt.

In kleinen Höhlen unterhalb des Tempelfelses befinden sich Süßwasserquellen, die sehr heilig für die Balinesen sind, daher werden diese auch Rund um die Uhr überwacht. In einer Höhle am Festland befinden sich hochgiftige Schlangen, die ebenfalls von Priestern überwacht werden und anscheinend noch nie gebissen haben. Laut einer Saga fand ein Hindupriester, der der islamischen Religion Javas entfliehen wollte, diesen wunderschönen Ort. Er fing an dort zu meditieren und ging nicht mehr fort. Immer mehr Leute sahen zu ihm auf und er wurde eine Art Guru für die Menschen. Den ansässigen Priestern gefiel das allerdings gar nicht und wollten ihr forttreiben. Der Saga nach meditierte der Hindupriester so lange, bis sich der Fels vom Land löste und sich im Meer seinen Platz suchte. Außerdem schuf er aus seinem Schal Schlangen, die ihn vor Eindringlingen schützen sollten – so viel zur Geschichte.

Außer dem Tempel gibt es dort noch wunderschöne Gärten, die mit bunten Blumen und zauberhaften kleineren Tempeln geschmückt sind. Immer einen Blick hinaus aufs offene Meer, an der senkrechten Klippe hinunter. Einfach traumhaft dort.

Wer noch ein wenig shoppen möchte, kommt dort auch nicht zu kurz. Gleich am Anfang läuft man vom Parkplatz aus durch einen wild gemischten Markt, auf dem man wirklich alles kaufen kann. Natürlich mit dabei auch die touristischen Souvenirs.

Einen weiteren, ziemlich beeindruckenden Tempel, konnte ich in Mengwi entdecken. Dort steht der sagenhafte Pura Taman Ayun. Ein ehemaliger Königstempel, der auf einer Flussinsel erbaut worden ist. Dadurch, dass er von Wasser umgeben ist, hat man ein andauernd idyllisches Gefühl von Perfektion. Die gigantisch große Gartenanlage ist einfach perfekt. Anders kann ich es nicht ausdrücken. Als hätten die Menschen dort jeden Grashalm per Hand mit einer Nagelschere geschnitten. Die wunderschönsten Blumen wachsen dort und immer wieder findet man einen kleinen Pavillon, in dem man ein kühles Plätzchen zum rasten findet. Man fühlt sich selbst wie eine Prinzessin, wenn man den langen, breiten Weg zum Tempel hochläuft. Des weiteren Eine kleine, offene Hütte erinnert mit Tierfiguren an die dort veranstalteten Hahnenkämpfe.

Das ganze Anwesen ist in ihrem Ursprung super erhalten und nur Kleinigkeiten wurden restauriert. Es ist nicht unbedingt groß dort, allerdings ist die Geschichte, umso größer. Man kann entdecken, wo die Prinzen ihre Zeremonien abgehalten haben oder auch wo sie schliefen. Alles viel unkomfortabler, als man es sich vielleicht vorstellt. Dieser wundervolle Ort ist meiner Meinung nach zu Recht UNESCO geschützt.

Gleich daneben befindet sich noch ein recht witziges Museum, das sogenannte Ugah Ugah Museum. Ein eher düsteres Gebäude mit vielen gruseligen Gestalten. Zuerst wusste ich nicht ganz recht, wo ich mich genau befinde. Als uns dann aber unser balinesischer Freund Noyman erklärte, dass diese aus Pappmache bestehenden Kreaturen zu den traditionellen Ritualen ihrer Kultur gehörte, wurde mir alles etwas klarer. Von winzig kleinen Teufeln bis zu riesen Stieren, die einen böse ansahen, waren jede Menge Kreaturen dabei. Zur Zeremonie steigen die Menschen in die Verkleidungen, führen Züge damit an oder steckten sich eine dieser gruseligen Handpuppen an die Hand, um böse Geister zu vertreiben.

Vor dem Gebäude kreischten laut Hähne aus ihren Käfigen. Denn bis heute werden heimliche Hahnenkämpfe veranstaltet, die alle Einwohner aus ihren Häuschen treiben, um auf ihren Favoriten zu wetten. Schrecklich, aber leider wahr. Tiere beim Kämpfen bis zum Tod zu beobachten wird wohl immer eine ihrer Traditionen bleiben.

Für mich waren diese zwei Tempel die beeindrucktesten, doch die Größe ist hier wirklich nicht alles. Viele der kleinsten Tempel haben oft sogar mehr Charme mit ihren detailreichen Ornamenten, als die großen. Einer meiner kleineren Lieblinge befindet sich im Herzen Ubuds. Ein halber Dschungel, der kaum zu übersehen ist, zeichnet den Tempel aus. Denn in ihrer Mitte wachsen riesige Mammutbäume, deren Äste quasi um den Tempel herum reichen. Betritt man den heiligen Boden, sieht man sofort, dass dort vielleicht nicht alles perfekt ist, doch die Kleinigkeiten lassen einem hier das Herz höher schlagen. Hier wurde kaum etwas für die Touris wieder schön gemacht oder anders dargestellt, hier ist alles so, wie es einmal war.

Traditionelle Schnitzereien an Türen und Toren lassen auf die talentierten Handwerker schließen. Durch ein paar Türen hindurch, kann man weitere kleine Tempelanlagen entdecken, mit vielen Pflanzen und Wasserfällen. Allerdings ist der Eintritt nur für Priester gedacht, wofür ich vollstes Verständnis habe. Als „Eindringling“ kann man eben nicht alles erkunden und die Balinesen wollen wenigstens ein wenig Tradition für sich bewahren. Bali ist ja sowieso schon genug von Touristen überfüllt (der extreme Anlauf kam im Übrigen auch erst nach dem Film „Eat, Pray, Love“ mit Julia Roberts, der größtenteils auf Bali spielt).

In Ubud ist im Übrigen nicht nur dieser kleine Tempel sehenswert, wer schon einmal dort ist und gerne shoppt, wird in Ubud nicht enttäuscht. Jede Menge kleine Shops, die immer mehr in den Untergrund reichen, bieten einem günstige Schnäppchen. Meiner Erfahrung nach sind die Souvenirshops und Märkte sogar dort die günstigsten, die ich auf meiner Reise auf Bali getestet habe. Also lohnt sich einkaufen hier wirklich – aber feilschen nicht vergessen! Allerdings aufgepasst: wenn ihr kurz davor in Australien wart oder ein Australier bei euch habt, sagt das lieber nicht dem Verkäufer. Als ich einmal gefragt wurde, woher ich denn sei und mit Deutschland antwortete, sagte mir der Verkäufer: „Gut, sonst hätte ich jetzt von Ihnen den doppelten Preis verlangt“. Anscheinend sind die Australier dort nich sonderlich beliebt und werden gerne ausgenommen!

Wie in meinen letzten Beiträgen beschrieben, gibt es in Ubud außerdem noch die berühmten balinesischen Tanzvorstellungen zu sehen und wer sich in den Urwald wagt, auch jede Menge Wasserfälle (Uuuuund ACTION! BALI von seiner wilden Seite. Ab ins Abenteuer…). Nicht zu vergessen ist im Wald Ubuds auch der Monkey Forest, in dem man sich von Affen bespringen lassen kann! (Beitrag: Tierisch wild! So bunt ist B A L I)

Kommen wir nun zum letzten Thema, das mir aber wirklich sehr sehr am Herzen liegt. Die ganzen Orte hätte ich niemals alle ohne unseren persönlichen Guide Noyman gefunden. All die Geschichten, die er uns erzähle, ließen uns jedes Mal in eine andere Welt verschwinden und verzauberten uns. Er hat so viel Wissen, das er mit uns teilte. Ich bin ihm so dankbar dafür und werde ihm das nie vergessen.

Anscheinend war er von meiner Familie und mir genauso fasziniert, wie wir von ihm. Uns wurde eine der größten Ehre zuteil, die wir uns nicht mal hätten erträumen können: er lud uns zu seiner Familie nach Hause in sein Dorf ein. Mir schossen Tränen in die Augen, als er das vorschlug. In Bali bedeutet so etwas wirklich viel und kaum einer hat die Möglichkeit, wirklich in eine traditionelle Familie hinein sehen zu dürfen.

Sein Dorf lag etwas außerhalb der üblichen Straßen. Wir fuhren durch die wildesten Dschungel, die steilsten Schluchten auf und ab. Ich war wirklich heilfroh, dass Noyman diese Strecke jeden Tag fuhr und somit in- und auswendig kannte. Angekommen, erwartete uns schon seine ganze Familie. Tanten, Onkel, Großcousinen, Großväter und -mütter, Schwestern, Brüder und unglaubliche viele Kinder kamen uns entgegen, wollten uns alle kennenlernen. Noyman hat eine riesige Familie, die er mit uns teilen wollte an diesem einen Tag. Alle zusammen wohnten in einer Gemeinschaft. Jede Familie hatte sein eigenes, kleines Häuschen und in der Mitte befand sich ein großer Essbereich unter einer Art Pavillon. Am Rande gab es noch eine große Gemeinschaftsküche und einen kleinen Spielplatz für die Kinder. Außerdem hatte Noymans Familie einen großen Bereich für die heiligen Familientempel, indem die Ahnen der lebenden Familie ansässig sind. Dort wird täglich gebetet und diese Tempelanlage wird von Generation zu Generation weitergegeben. Zudem werden im gemeinsame Familientempel, die pura dadya oder pura kawitan betrieben. Hier wird den Ahnen oder Göttern, beispielsweise Siwa, der ganzen Sippe geopfert.

Neben dem Kennenlernen seiner Familie, stand auch ein großes Familienessen im Vordergrund. Noymans Frau stand den ganzen Tag in der Küche, um uns ein Festmahl zu zaubern. Köstlich, einzigartig und anders war es – am liebsten sofort wieder! Es gab eine besondere Art von Nudeln, frisches Gemüse mit den feinsten balinesischen Gewürzen, eingelegte Eier, ein ganzes Hühnchen, eine extrem scharfe Soße, Reis mit besonderen Zutaten – so vieles, von dem ich nicht mal den Namen aussprechen könnte, selbst wenn man es mir vorsprechen würde. Aber ich glaube die Bilder sollten euch den richtigen Eindruck vom fantastischen Essen geben. Es gab zum Abschluss auch noch selbstgebrannten Schnaps – ich glaube eine Art von Tequila – und balinesischen Kaffee. Sehr sehr yummie!

Am Schluss gab es noch jede Menge Action, vor allem mit den Kindern. Mein Bruder Raphi spielte mit ihnen Fangen und Verstecken und sie jagten sich um die Hütten. Die Kinder waren voller Energie und lachten nur noch. Es war so ein schöner Abschluss und wir waren so dankbar, für diesen einen Moment ein Teil von Noymans Familie sein zu dürfen.

Als kleines Dankeschön, schenkten wir den Kindern noch ein paar Rennautos – die Sensation im Dorf. Plötzlich strömten alle Kinder aus ihren Häuschen, um das Wunder miterleben zu dürfen. Autos, die per Fernsteuerung um die Gegend fuhren. Auf ein Rennen folgte das nächste. Sie konnten davon gar nicht mehr genug bekommen. Dieses Strahlen in den Kinderaugen werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen!

Bali und seine Bewohner haben mich einfach umgehauen. Ich bin so dankbar, diese Reise gemacht zu haben. Ein großes Danke, an alle die daran beteiligt waren und die diese Reise möglich machten. Bali ist tief in mein Herz gebrannt – ich lass es nicht mehr so schnell wieder gehen!

Ich hoffe ich konnte euch auch für diese Insel begeistern und ihr werdet sie so wundervoll erleben, wie ich es habe. Ihr könnt mir auch gerne eure Story erzählen, wie ihr Bali erlebt habt, ob ihr ähnliches gesehen habt oder eine ganz andere Meinung habt. Ich freue mich über jede Geschichte.

Euch noch ein schönes Wochenende & guten Start morgen in die neue Woche!
XOXO CARO

 

Bali_verkleinert28301
Advertisements