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Bangkok9401Zuallererst möchte ich mich für die lange Schreibpause entschuldigen. Uni und vor allem weitere Reisen haben meine Zeit so in Anspruch genommen, dass ich einfach nicht zum Schreiben gekommen bin. Dafür aber sofort meine Art von Entschädigung: einen ausführlichen Bericht über Bangkok.

Über Bangkok hatte ich ja schon so einiges gehört. Unter anderem natürlich aus dem Film „Hangover“, der die Stadt als ein chaotisches Labyrinth mit jeder Menge Transvestiten darstellte. Aber auch von einigen Freunden bekam ich Input über Bangkok, da die Stadt ein optimaler Start für jede Thailandreise ist. Da ich persönlich allerdings, so verliebt in mein Singapur bin, wählte ich dieser bisher immer als Startpunkt für weitere Ziele in Asien. Doch dieses Mal wolle ich es anders… ich finde man braucht auch Mal Abwechslung im Leben, um auch die schönsten Dinge richtig wertschätzen zu können (P.S. Ich konnte es mir später dann allerdings doch nicht verkneifen noch einen kleinen Umweg über Singapur zu machen :D).

Ich muss zugeben, ich hatte sehr großen Respekt vor der Hauptstadt des Königreichs von Thailand. In den Nachrichten wurde in letzter Zeit einiges über die eher schwierigen politischen Zustände berichtet und ich war mir nicht sicher, wie sich eine Militärherrschaft dann tatsächlich anfühlen würde. Wie man das Demonstrationsverbot oder die Ausgangssperren zu spüren bekommen würde. Ich war also sehr gespannt.

Bangkok5101Doch irgendwie war alles dann doch nicht so schlimm, wie anfangs gedacht. Von den politischen Machtkämpfen bekam man als Tourist eigentlich gar nichts wirklich mit und die Bangkokianer verehrten weiterhin ihre Könige, indem sie überall Plakate und kleine Tempel für sie errichtet hatten. Doch das war noch lange nicht alles – das Könighaus mitten in der Stadt, hatte noch viel mehr Bedeutung für sie. Den Königspalast (Grand Palace) kann man genauso auch als Tourist besuchen, allerdings hat man sich an jede Menge Regeln zu halten! So unmöglich viele, dass es lange nicht ausreicht einfach seine offenen Körperstellen zu bedecken. Im Königshaus wird extrem viel Wert darauf gelegt, mit was man sich bedeckt – sonst kommt man gar nicht erst auf den heiligen Boden.

Tabu sind: Tank Tops, kurze Tshirts (nur Hemden sind okay), bedruckte Shirts, kurze Hosen, Jogginghosen, Strumpfhosen, Leggins und kurze Röcke. Ich weiß echt nicht, wie man in einer Jeans und einem langen Pulli bei 40 Grad überleben soll, aber so sind die Regeln. Wer sich dann doch falsch gekleidet hat, z.B. wie ich mit einem langen Kleid und einer Strumpfhose, der bekommt auch vor Ort gegen Kaution einen langen Wickelrock, eine lange Leinenhose oder langärmlige Hemden.

Auf dem riesigen Palast-Komplex findet man unzählige Gebäude mit unterschiedlichsten Funktionen. Von Gebetsstätte bis Museum wird einem dort einiges geboten – und alles natürlich in Goldfarben gehalten. Jedoch muss ich sagen, dass ich davor im berühmten Buddha Tempel war und dieser mich mehr beeindruckt hat (dazu aber später mehr).

Beim Königspalast hat man dauernd Angst etwas falsch zu machen. Überall hängen Warnungen, die einem Verweis des Landes bei Falschverhalten androhen. Müll sollte unbedingt in die dafür vorgesehenen Mülleimer geworfen werden, die Schuhe ausgezogen, sobald man dazu aufgefordert wird, Fotos nicht dann machen, wenn es verboten ist und natürlich kein Verhalten aufzeigen, dass die Königsfamilie als beleidigend empfinden könnte. Denn das ist für die Bürger Thailands das schwerste Vergehen und wird in keinster Weise geduldet.

Neben den beeindruckenden Gebäuden findet man noch perfekt geschnittene  Bäume und Rasen (per Hand!), die außergewöhnlichsten Skulpturen und außerdem Königswachen, mit denen man Fotos machen kann, wie am Buckingham Palace. Alles in einem, sollte man den Palast schon einmal gesehen haben, denn dieser Ort gilt als Wahrzeichen der Stadt. Für mich reicht es aber wie gesagt, das Ganze einmal gesehen zu haben.

Viel mehr ans Herz legen möchte ich euch den buddhistischen Tempel Wat Pho, nicht weit entfernt vom Königspalast. Hier muss man nicht so viele Regeln beachten und man hat einfach mehr das Gefühl von Freiheit. Wir haben uns dafür einen Führer gegönnt, der uns alles gezeigt und erklärt hat (sonst hätten wir uns wahrscheinlich 10mal verlaufen!). Bangkok1301„Candy“ präsentierte uns zuerst das beeindruckteste von allem: der große goldene Buddha. Beeindruckend nicht nur von seiner Größe, sondern auch von seiner liegenden Position. Auf seinen Fußsohlen kann man edle Mosaikarbeiten aus Perlmutt begutachten.

Außerdem stehen gleich an der Seite große Urnen, mit Geldmünzen. Nach einem kleinen Spendenbeitrag bekommt man eine Hand voll Münzen. Diese muss man eine nach der anderen in die Urnen werfen. Bei jeder in die Urne geworfene Münze, darf man sich etwas wünschen, bis man alle aufgebraucht hat. Ich hoffe meine Wünsche werden wahr – man muss ja nur daran glauben 🙂

Das Tempelgrundstück besteht aus unzähligen „Chedis„, die meiner Meinung nach typisch für die Tempel Bangkoks sind. Diese sind hoch erbaute Türmchen, die mit verschiedenfarbigen Mosaiken aus Kacheln bedeckt sind und wunderschön im Sonnenlicht leuchten. Mit Goldelementen und Blumen verziert, hat jeder dieser dort errichteten Türme eine Bedeutung. Symbolik ist in Thailand ein sehr großes Thema, das nicht unterschätzt werden sollte. Selbst wenn ich persönlich nicht jede einzelne der Türme kenne, so empfinde ich allein schon die Architektur als besonders beeindruckend. Kunst beim Blick in den Himmel. So würde ich es nennen. Aber seht selbst…

Außerdem habe ich mich in die Statuen verliebt, die man überall auf dem Gelände finden kann. Sie sind meiner Meinung nach sehr ausdrucksstark und besonders schön anzusehen. Egal ob Stein gemeiselte Könige oder vergoldete Buddha-Statuen, ich liebe sie alle!

Der Buddha-Tempel war auch Grundstein für das Erlernen von Massagetechniken. Eine Art Massageschule, in der die Anatomie des Menschen genau studiert wurde. Daher gibt es dort heute noch viele alte Zeichnungen und Darstellungen des menschlichen Körpers auf Stein gezeichnet oder symbolisch dargestellt.

Da Bangkok so eine riesige Stadt ist, ist der Verkehr, vor allem zu den Stoßzeiten, der absolute Horror. Wer zum Abendessen um 19 Uhr mit dem Taxi fahren möchte, kann gleich daheim bleiben. Vor 21 Uhr würde man wahrscheinlich gar nicht erst ankommen und in der Zwischenzeit ist man entweder verhungert oder man hat angefangen seinen Mitfahrer die Haare vom Kopf zu essen. Fazit also: keine gute Idee. Da ich euch allerdings nicht davon abhalten möchte, eure kulinarischen Highlights zu genießen, werde ich euch jetzt von besseren Fortbewegungsmitteln erzählen.

Skytrain. Für mich eine der besten Möglichkeiten von A nach B in den Rushhours zu gelangen. Man fährt über den überfüllten Straßen auf einer Art zweiten Etage auf Stelzen und muss sich nur noch damit befassen, wie man in die Bahn reinkommt. Es ist natürlich nicht so komfortabel wie die Privatsphäre in einem Taxi, aber dafür ist die Skytrain vieeeel schneller. In Bangkok wird sie BTS genannt und es gibt drei große Strecken quer durch die Stadt. Preistechnisch ist sie sehr günstig mit ca. 1€ pro Fahrt. Meiner Meinung nach lohnt sich hier auch ein Tagesticket für ca. 3€.

Tuktuk. Ist natürlich ein Muss in Bangkok. Ist zwar nicht so bequem wie ein Taxi, man kommt aber aufgrund der Größe besser durch den Verkehr. Preislich sind die Tuktuks allerdings teurer als man denkt. Viele zocken ab mit „wir kosten nur 2€, egal wie lange es dauert“. Das Dumme nur: sie fahren dich nur zu dieser einen Stelle, an der man dann von ihren Kollegen mit dubiosen Angeboten überhäuft wird. Vorsicht hier also!

Die Straßen von Bangkok können sehr gefährlich sein. Von vielen Überfällen wird berichtet und da der Verkehr so grauenvoll ist, würde auch niemand auf die Idee kommen, freiwillig ohne Hilfe über die Straße zu laufen. Die Ampeln halten auch nur das Nötigste auf, denn den Fahrern ist meist egal, ob es grün oder rot ist. Es gibt auch jede Menge Obdachlose und Bettler, die einen nach Kleingeld fragen oder einem etwas andrehen möchten. Vorsicht bitte auch hier, wem man zeigt, wo sich seine Geldbörse befindet.

Wenn es um das Thema Essen geht, bin ich in anderen Ländern sofort die Erste, die „HIER“ schreit. So auch in Bangkok. Andere Kulturen, andere Essensgewohnheiten. Wer keine Angst vor dem Thema Streetfood hat, der ist hier gut aufgehoben. Natürlich sollte man einen kurzen Blick auf die Hygieneverhältnisse werfen, aber sonst ist nichts gegen frisches Essen am Straßenrand einzuwerfen. Ob eine Nudelsuppe to go oder frisch gepresste, exotische Fruchtsäfte – hier bekommt man einfach alles.

Und auch sonst gibt es viele Restaurants, in denen man sich mit den Köstlichkeiten der Region beglücken kann. Mir persönlich hat das G’s gut gefallen, der ebenso für heimweh-geplagte ein paar deutsche Gerichte auf der Speisekarte hat. Er hat auch super leckeren, hausgemachten Eistee der nicht auf der Karte steht und einen Service zum heimisch fühlen!

Ein Besuch bei Din Tai Fung darf für mich in keinem asiatischen Land fehlen. Denn dort gibt es meiner Meinung nach, die besten Dumplings (Dimsum) der Welt. Ich könnte mich jedes Mal in diese kleinen, saftigen Teigtaschen reinlegen – so gut sind sie! Meine Favoriten: Oriental Salad in Special Vinegar Dressing, Pork Dumplings, Shrimp & Pork Shao-mai Dumplings, Truffle Xiao Long Bao Dumplings und Dan Dan Noodle Soup.

Da ich generell einen großen Magen … ähh ein großes Herz für die asiatische Küche habe, sind Gerichte wie Fried Rice, unterschiedliche Variationen von Frühlingsrollen oder auch Gemüse mit Hühnchen und Cashewnüssen täglich auf der Tageskarte! Der Nachtisch sollte für mich immer aus regionalen Früchten bestehen. Die schmecken viel besser als in Deutschland, sind frisch, süß und einfach bezaubernd. Sowas muss man einfach mal probiert haben – ein Gaumenschmaus!

Wenn wir schon über gutes Essen in Bangkok reden, dürfen wir natürlich auch das gute Trinken nicht außer Acht lassen. Einer der besten Locations in der thailändischen Hauptstadt für wahnsinnig leckere Cocktails ist die Vertigo and Moon Bar im Banyan Hotel. Wer denkt „Ach, auf eine Hotelbar hab ich überhaupt keine Lust“, der sollte sich die unten folgenden Bilder ansehen. Ich sage euch, kaum eine andere Bar bietet euch so eine atemberaubende Aussicht, eine klasse Location und so gut mundende Cocktails, wie diese. Die Designer dieses Ortes haben ein wahres Wunderwerk errichtet. Hat man es mit dem Aufzug und einigen steilen Treppen aufgenommen, fällt einem glatt die Kinnlade runter, wenn man die höhenwahnsinnige Bar in der Realität vor Augen hat. Die Atmosphäre da oben zu sitzen, ist komischerweise echt gemütlich und warm. Eine Brise weht einem nur durchs Haar, wenn man auf der Seite des Windzuges sitzt. Die Karten bestehen aus leuchtenden Seiten und die Kellner sind sofort zur Stelle. Die Preise sind der Location angemessen, vor allem weil kein Eintritt gezahlt werden muss. Allerdings muss auf den Dresscode geachtet werden. Abendgarderobe ist gewünscht. Eine Erinnerung, die mir nicht mehr aus dem Kopf geht und die ich jedem nur empfehlen kann. Geht bei Nacht dorthin und ihr erlebt, wie Bangkok lebt.

Eine letzte Sehenswürdigkeit möchte ich euch noch mit auf den Weg geben. Bangkok ist bekannt für seinen großen Schwarzmarkt, auf dem man all möglichen Kram kaufen kann. Ob gefälschte Guccis oder Nikes, ob es eine Breitling oder ein neue Sonnenbrille von Ray Ban sein soll – dort gibt es alles. Der berühmteste aller Märkte, befindet sich in der Patpong und Silom Road. Es wird viel gefeilscht und gebrüllt, geheime Absprachen getroffen und geshoppt bis man keine Tüten mehr tragen kann. Bei all dem Verhandeln sollte man den Spaß dabei nicht vergessen. Für die Thailänder dort ist es auch nur ein Job, der ihnen Geld bringen soll. Natürlich reagieren einige von ihnen auch sehr frech, wenn es um das Drücken der Preise geht – aber dann dreht man sich halt einfach um und geht. Angebote gibt es auf dem Markt genügend.

Dieser Bezirk ist allerdings nicht nur für seine Schwarzmarktaktivitäten bekannt, vor allem die Patpong Road ist ein reines Rotlichtmilieu. Voller Striplokale und Puffs zeigt die schmutzige Straße ihr nächtliches Geschehen. Mit Pussy-Ping-Pong Shows wird geworben, Sexspielzeug wird verkauft und man kann kaum einen Meter laufen, ohne angebaggert zu werden. Prostituierte wohin das Auge reicht. Am besten mit Begleitperson in dieses Bezirk gehen und die Handtasche gut festhalten. Außerdem solltet ihr im Kopf behalten: nicht jede Frau, die aussieht wie eine, ist auch eine. Bangkok lebt für seine Ladyboys und hat auch kein Problem, das zu zeigen oder offen darüber zu reden.

Wenn ich jetzt noch einmal alles Revue passieren lasse, was ich dort alles erleben konnte, dann war mir Bangkok schon eine Reise wert. Ich muss allerdings sagen, dass sie mir eher als Zwischenstopport für die Zukunft in Erinnerung bleiben wird. Ich würde jetzt nicht in Deutschland sagen „Ich vermisse Bangkok, ich will Urlaub dort machen“. Es ist eine sehr spannende Stadt, in der man so einiges beobachten kann; In der es so manches zu erleben gibt; In der man sich gut aufgehoben fühlt. Mir persönlich ist die Stadt aber etwas zu chaotisch. Ich liebe Großstädte – keine Frage – aber das sind schon einige mehr Personen auf einem Fleck als ich dachte. Ich hatte oft ein angespanntes Gefühl, da es in der Stadt nur so wuselte. Oft verlor ich in der Masse die Orientierung und musste meine Karte rausholen. Doch wen ich auch nach dem Weg fragte, alle waren durchaus freundlich und wollten helfen.

Für all diejenigen unter euch, die jetzt noch am zweifeln sind: nutzt Bangkok doch mal als erste Station, um von dort aus die thailändischen Inseln zu bereisen. Ihr könnt auch ohne Probleme dort hinfliegen und dann erst von dort aus alles buchen. In der thailändischen Hauptstadt ist so gut wie alles möglich – ihr müsst euch nur trauen. Nicht umsonst heißt die Stadt auch „Stadt der Engel“.

XOXO Caro & Paul

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