Hallo ihr Lieben!

Heute werdet ihr Teil einer meiner wahrscheinlich emotionalsten Beiträge, die ich bisher jemals verfasst habe. Es geht um die Hochzeit meiner Eltern, die sich noch einmal sagen wollten, wie viel sie einander bedeuten. Dieser Beitrag ist alleine ihnen gewidmet und erzählt ihre Geschichte. Viel Spaß beim Lesen.

In der Liebe gibt es viele Berge zu bezwingen. Von einer raschen bergab Fahrt ist es umso schwerer, den steilen Berg wieder gemeinsam hinauf zu klettern. Doch meine Eltern schaffen das scheinbar immer wieder. Bereits seit 25 Jahren sind sie verheiratet. Ich will nicht sagen, dass es immer leicht war, doch zusammen erreicht man oftmals mehr, als man zunächst gedacht hat. Neben mir, gibt es noch meinen wundervollen Bruder, den sie in die Welt gesetzt haben; und Familie wird bei uns ganz groß geschrieben. Es gab Momente in dieser Familie, die sehr an uns gezerrt haben. Ein Unfall meiner Mutter hatte uns zunächst tief erschüttert, stärkte uns im Endeffekt aber mehr denn je. Es hatte uns gezeigt, wie kurz das Leben sein konnte und wie wichtig es war, immer jemanden zu haben, auf den man sich verlassen kann – die Familie.

Vielleicht gerade deswegen, weil wir zusammen schon so viel gemeistert hatten, kam der Wunsch meiner Eltern auf, sich zur Silberhochzeit noch einmal zu vermählen. Doch nicht einfach nur neue Ringe anstecken war ihre Intention; sie wollten sich noch einmal sagen, wie viel sie einander bedeuten und ihre Gelöbnisse erneuern. Das rührte mich zutiefst.

IMG_6582 Strandhochzeit

So entschloss ich, ihnen eine ganz besondere Überraschung zu organisieren. Dazu später mehr … Geplant war bisher nur, dass wir das Ganze auf Koh Yao Yai, einer thailändischen, noch eher unbekannten, Insel abhalten wollten. Es sollte intim werden, nur die Familie. Dazu zählten neben meinem Bruder und mir auch mein Freund. Im Vorfeld hatten wir uns alle türkise Outfits besorgt, da das die Lieblingsfarbe meiner Mutter ist und fabelhaft an den Strand passte. Eine kleine, aber feine Strandhochzeit, dachten wir uns.

Als wir in diesem himmlischen Ort ankamen, bekamen meine Eltern ein wenig kalte Füße. Schon auf dem Weg dorthin wurden wir auf sämtlichen Flügen gefeiert und in Restaurants besungen. Sie meinten nun, sie wollen daraus eine kleinere Zeremonie in der privaten Poolvilla machen. Essen aufs Zimmer bestellen und danach im eigenen Pool baden, nichts allzu aufwendiges, sagten sie. Hmm… dachte ich mir, damit gebe ich mich nicht zufrieden. Ich wusste, dass sie sich nur vor der Aufmerksamkeit scheuten. Ich würde sie schon noch überraschen!

Ich bat alle beteiligten bei Sonnenuntergang am Strand aufzutauchen. Natürlich „nur“ um schöne Fotos zu machen. In Wirklichkeit aber, erwartete sie Fackeln, die den romantischen Weg zum Steg aufzeigten. Am Ende dieses Steges empfing sie ein blumenbesetzter Bogen, der in das offene Meer hinaus zeigte. Es kümmerten sich alle Angestellten des Hotels um unser Wohlbefinden und legten sogar romantische Musik von Sarah Connor auf. Ihr hättet die Augen meiner Eltern sehen müssen. Dieses Funkeln entschädigte alle Mühen. Meine Mutter erhielt einen Strauß voller thailändischer Blumen und wir bildeten einen Kreis. Meine Mutter brauchte einen Moment, bis sie ihre Stimme wieder fand und holte ein Stück Papier heraus. Ihr Ehegelübde bestand aus einigen Seiten. Mit jedem Satz den sie sagte, kullerten mir und meiner Familie mehr Tränen hinunter. Mein Vater rang nach Luft. Dann war er an der Reihe und schwor seiner Frau weitere Jahre voller Liebe und glücklicher Momente, was auch kommen mag. Diese Zeremonie war so intim und herzerwärmend, dass es schwer war, nicht zu weinen. Nach einem innigen Kuss gab es eine gekühlte Flasche Champagner und viele schweifende Blicke aufs Meer hinaus, auf dem gerade die Sonne unterging. Perfekter hätte es nicht sein können. Das hatte unsere Familie noch mehr zusammen geschweißt.

Zurück durch den Weg der Fackeln ging es wie ursprünglich geplant zu unserer Poolvilla zurück, wo leckeres Essen und ein privater Buttler auf uns warteten. Die Aussicht war atemberaubend und wir beschlossen einfach in den privaten Pool zu springen und als Familie unter dem Mondschein schwimmen zu gehen. Meinetwegen hätte dieser Abend niemals enden müssen. Wir hatten so viel Spaß und waren endlos glücklich. Das war der Anfang einer noch enger gewordenen Familie. Ich werde diesen Tag niemals vergessen. DANKE, dass es euch gibt!

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